LKW fahren über die A44, man sieht die Kameras der RWTH zur Datensammlung

Datensammeln fürs automatisierte Fahren

Datensammeln fürs automatisierte Fahren

Stand: 22.03.2022, 11:46 Uhr

Forscher der RWTH Aachen wollen das automatisierte Fahren vorantreiben. Dazu brauchen sie Daten aus unterschiedlichen Verkehrssituationen auf Landstraßen und Autobahnen.

Von Helga Hermanns

Kamera der RWTH Aachen zum Automatisierten Fahren

Das letzte von drei Testfeldern wurde jetzt auf einer ein Kilometer langen Strecke an der A44 im Autobahndreieck Jackerath installiert. Elf Masten mit jeweils zwei Kameras und Sensoren erfassen die Fahrzeuge in der jeweiligen Verkehrssituation. Es geht um Höhe, Breite und die Position von Autos und Lkw, also ob sie einfädeln, die Spur wechseln oder geradeaus fahren.

Geschwindigkeit und Wetter

Geschwindigkeit und Beschleunigung sind weitere Faktoren, die beim Datensammeln eine Rolle spielen. Auch das Wetter spielt eine Rolle, um zu erfahren, wie Menschen bei Nebel, Starkregen oder trockenem Wetter fahren. Die Verkehrsdaten sind anonym, versichert Projektleiter Laurent Klöker vom RWTH-Institut für Kraftfahrzeuge (ika).

Mehrere Testfelder

Das Forschungsprojekt „Korridor für neue Mobilität Aachen-Düsseldorf“ (ACCorD) besteht aus neun Partnern aus Forschung und Industrie. Gemeinsam haben sie 46 Messeinrichtungen an Masten montiert. Neben dem Testfeld an der A44 in Fahrtrichtung Düsseldorf gibt es auch eines an der B56 bei Aldenhoven und am Campus Melaten in Aachen. Dort werden ergänzend zum Fahrverhalten auf der Autobahn Verkehrssituationen auf einer Landstraße und einem städtischen Rundkurs untersucht.

Aus Verkehrssituationen lernen

Den Forschern geht es vor allem um das Zusammenspiel von Fahrzeugen im Verkehr. Denn wenn eines Tages Autos oder Lkw vollautomatisch ohne Fahrer funktionieren sollen, müssen sie in erster Linie eines sein: sicher. Das wird nur gelingen, wenn möglichst viele Verkehrssituation im Vorfeld untersucht wurden, um aus den so gewonnenen Daten Autos entsprechend programmieren zu können und an den Straßen eine Technik zu installieren, die Autos sicher leiten kann.

Verkehrssünder müssen nichts befürchten

In den Testfeldern sind auch Forschungsfahrzeuge unterwegs, die mit weiteren Kameras und Sensoren ausgestattet sind. Die Wissenschaftler betonen, dass aber keine Personen oder Kennzeichen erfasst oder gespeichert werden. Wer im Testfeld zu schnell unterwegs ist, muss allenfalls die Polizei fürchten, nicht aber die Kameras der Wissenschaftler.