Mutmaßliche IS-Terroristin sagt in Düsseldorf aus

Mutmaßliche IS-Terroristin sagt in Düsseldorf aus

  • Anklage gegen mutmaßliche IS-Terroristin
  • Frau sagt vor Gericht umfassend aus
  • Kinder mit nach Syrien genommen
  • Sohn bei Bombenangriff getötet

Vor dem Oberlandesgerichts in Düsseldorf hat am Freitag (06.03.2020) eine IS-Rückkehrerin umfassend ausgesagt. Sie gestand mit ihren Kindern ohne Zustimmung des Mannes von Oberhausen aus nach Syrien gereist zu sein. Dort hat sie sich dem IS angeschlossen.

Prozess um mutmaßliche IS-Terroristin

00:44 Min. Verfügbar bis 06.03.2021

Sie sei damals strenggläubige Salafistin gewesen. Ihre Ehemann wollte nach Aussage der Frau nicht mit ihr nach Tunesien auswandern, er sei auch gewaltätig geworden. Für sie sei damit ein Lebenstraum geplatzt. Wegen ihrer Burka sei sie in Deutschland beleidigt und bespuckt worden.

Anklage wegen Kriegsverbrechen und Kindesentziehung

Die Staatsanwaltschaft wirft ihr Mitgliedschaft in der Terrormiliz, Kriegsverbrechen und Kindesentziehung vor. Laut Anklage hatte sie sich in Syrien einer Kampfeinheit für Frauen angeschlossen. Die beiden Töchter sollen vom IS religiös erzogen worden sein. Der sechsjährige Sohn wurde - so der Vorwurf - militärisch ausgebildet. Er kam Ende 2018 bei einem Raketenangriff ums Leben.

Rückkehr nach Deutschland

Kurz darauf soll sich die Frau mit ihren Kindern in die Türkei abgesetzt haben. Anfang April 2019 kehrte sie mit Hilfe der Behörden nach Deutschland zurück und wurde festgenommen. Bei einer Verurteilung muss die Frau aus Oberhausen mit bis zu 15 Jahren Haft rechnen.

Stand: 06.03.2020, 08:02