Aachener Telemedizin soll technisch verbessert werden

Telenotarzt-Wagen

Aachener Telemedizin soll technisch verbessert werden

Von Kathrin Weselowski

  • Telemedizin aus Aachen gibt es seit fünf Jahren
  • spezieller Router soll Probleme mit Mobilfunklöchern beheben
  • künftig könnten auch Drohnen eingesetzt werden

Vor fünf Jahren wurde das Telenotarzt-Modell in Aachen als erster Kommune eingeführt. Künftig soll das System durch Technik weiter verbreitet und verbessert werden. Am Donnerstag (12.09.2022) informierten sich rund 120 Notfallmediziner und Rettungssanitäter aus ganz Deutschland über die Neuerungen.

Mangel an Notärzten

Wenn der Krankenwagen gerufen wird, kann nicht immer ein Notarzt mit zum Einsatzort fahren. Dabei wird seine Expertise häufig benötigt. Dafür gibt es die Telenotärzte: Diese sind über Telefon und Video mit den Rettungsassistenten vor Ort verbunden und können so schnell Diagnosen stellen und Anweisungen geben – vom Computer aus. Über das Internet erhalten sie alle wichtigen Informationen über den Patienten – Blutdruck, Herzschlag oder welche Medikamente diese einnehmen.

Telenotarzt – der Retter über Datenleitung Quarks & Co 12.05.2015 04:38 Min. Verfügbar bis 12.05.2020 WDR

Ziel: NRW-weiter Einsatz

25 bis 30 Rettungswagen in NRW und Hessen können jetzt schon Telenotärzte in Aachen erreichen, sagt Frederik Hirsch, Leiter des Qualitätsmanagements der P3 Group. Das Unternehmen entwickelt die Telemedizin in Aachen. Ziel sei es, künftig NRW-weit einsetzbar zu sein.

Mobilfunklöcher eine Herausforderung

Vor allem in ländlichen Gebieten würden Telenotärzte aus Ärztemangel benötigt, sagt Marie Mennig, Geschäftsführerin der P3 Group. Dort gibt es aber häufig Mobilfunklöcher. "LTE und 5G sind nicht flächendeckend verfügbar", erklärt Mennig. Deswegen sei ein eigener mobiler Router entwickelt worden, der in der Lage sei, mehrere Mobilfunknetze zu nutzen. "So kann der Telenotarzt auch in ländlichen, schlecht versorgten Gebieten eingesetzt werden", sagt Mennig. Diese Technik müsse künftig aber noch besser und sicherer werden.

Auch Drohnen könnten zum Einsatz kommen

Die Telemedizin soll zudem noch innovativer werden. In Zukunft könnten auch Drohnen eingesetzt werden, wenn der Kranke sehr weit von einer Rettungswache entfernt ist und akut Hilfe braucht. "Die Drohne hätte dann auch medizinisches Equipment dabei", erklärt Frederik Hirsch. "Wenn so eine Drohne an eine Einsatzstelle kommt, kann der Ersthelfer einen Knopf drücken und ist sofort mit einem Arzt verbunden." Der Telenotarzt könne dann eine Videoübertragung einleiten und medizinische Anweisungen machen – gegebenenfalls auch für Laien. Es sei sogar vorstellbar, dass in Zukunft private PKW mit Telemedizinern verbunden werden können.

Stand: 12.09.2019, 17:04

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