Telekom - Trotz guter Zahlen gedämpfte Feierlaune

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Telekom - Trotz guter Zahlen gedämpfte Feierlaune

Von Sebastian Tittelbach

Die Deutsche Telekom ist besser durch die Corona-Pandemie gekommen als sie es selbst erwartet hatte. Sie hat die 100-Milliarden-Euro-Marke geknackt. Am Donnerstag fand die Hauptversammlung des Bonner Unternehmens statt.

Für Telekom-Chef Tim Höttges war 2020 ein Rekordjahr, und in diesem Jahr werde die Telekom noch eins draufsetzen, versprach er den Aktionären. Das gute Geschäft in den USA soll helfen, den hohen Schuldenberg von 120 Milliarden Euro abzubauen. Allein in Deutschland will dieses Jahr die Telekom 5,5 Milliarden Euro investieren, zum Beispiel in das neue 5G-Netz, das bereits 80 Prozent der Bevölkerung schon jetzt nutzen könne. 

Starke Kritik trotz des Erfolgs

Dennoch dürfte Vorstandschef Tim Höttges von den Aktionären nicht nur gefeiert werden. Aktionärsvertreter kritisieren, dass es bei der virtuellen Hauptversammlung keine echte Aussprache gibt, Gewerkschafter trommeln gegen das kräftige Gehaltsplus des Telekom-Chefs und es fehlt der Nachfolger für den langjährigen Aufsichtsratsvorsitzenden Ulrich Lehner.

Aktionäre wollen mehr vom Erfolg abhaben

Unter den Aktionären hält sich die Feierlaune in Grenzen. Sie wollen mehr vom Erfolg abhaben. So kritisiert die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, dass der Bonner Konzern die Dividende von 60 Cent pro Aktie nicht anheben will. Das sei "knauserig" oder zumindest "erklärungsbedürftig".

Vorstandsgehälter sollen erhöht werden

Gleichzeitig sollen die Aktionäre über ein neues Vergütungsmodell für den Vorstand entscheiden. Es sieht vor, dass das Jahresgehalt von Telekom-Chef Tim Höttges auf bis zu 8,5 Millionen Euro steigen kann. Ihm selbst soll das nach Medienberichten nicht reichen, er habe rund zehn Millionen Euro gefordert. Das wäre mehr als die meisten seiner DAX-Kollegen verdienen. Die Gewerkschaft DPVKOM nennt das gierig.

Kein Nachfolger für Aufsichtsratschef in Sicht

Ungeklärte bleibt die Nachfolge von Aufsichtsratschef Ulrich Lehner, der kommendes Jahr aufhören will. Als aussichtsreicher Kandidat galt Ex-BMW-Chef Harald Krüger, der vor wenigen Wochen aber abgewunken haben soll. Der Posten gilt als anspruchsvoll, weil neben den Aktionären und den Gewerkschaften nach wie vor der Bund mit am Tisch sitzt. Die Hauptversammlung hat wegen Corona zum zweiten mal nur virtuell stattgefunden.

Telekom Hauptversammlung - Starke Kritik trotz guter Zahlen

Verfügbar bis 01.04.2022


Stand: 01.04.2021, 16:27

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