Arbeiten in der Coronakrise: Ein Kölner Taxifahrer berichtet

Ein Taxifahrer fährt einen Gast in seinem Taxi durch Köln

Arbeiten in der Coronakrise: Ein Kölner Taxifahrer berichtet

  • Taxifahrer verzeichnen massive Umsatzeinbrüche
  • Trennscheiben zum Schutz
  • Einsteigen ist nur noch hinten erlaubt

Viele Unternehmen, Klein-Selbständige und Privatpersonen rund um Köln leiden extrem unter der Coronakrise. Vielen brechen die Einnahmen weg, Läden sind geschlossen, Kundschaft bleibt aus. Auch im Taxi- und Mietwagengewerbe sieht es düster aus. Hinzu kommt: Die Fahrer können sich kaum schützen, fahren müssen sie dennoch, wenn sie überhaupt noch Kundschaft haben.

Einige Menschen sind auf die Fahrten angewiesen

Aram Bloedorn arbeitet als Taxifahrer in Köln. Manchmal bringt er einen Fahrgast zu einem Termin, das ist einer der wenigen Aufträge, die noch bleiben. 80 Prozent der Fahrten sind weggebrochen, was bleibt, sind Fahrten mit Geh- oder Sehbehinderten und mit Risikopatienten. "Zu einem großen Teil sind es Krankenfahrten, will heißen: Dialyse-Patienten oder Leute, die zur Chemo fahren", erzählt Bloedorn. "Wobei hinzukommt: Die haben selber auch ein großes Risiko. Jemand, der eine Chemotherapie bekommt, hat nicht so ein tolles Immunsystem. Also sitzen dann zwei Leute, die Angst haben, in einem kleinen Auto und 1,50 Meter Abstand ist nicht immer so drin. Ansonsten trage ich Handschuhe und hoffe auf den lieben Gott.“ Viele Taxifahrer haben wie Bloedorn große Sorge, zu erkranken.

Taxifahrer haben kaum noch Kunden

WDR 5 Westblick - aktuell 01.04.2020 04:13 Min. Verfügbar bis 01.04.2021 WDR 5 Von Doro Blome-Müller

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Taxibetrieb kann nicht eingestellt werden

Helfen sollen Trennscheiben, die in vielen Taxen schon notdürftig installiert wurden. Und: Einsteigen ist nur noch hinten erlaubt. Den Taxibetrieb ganz einzustellen, ist nicht möglich. Denn der gehört zum Öffentlichen Personennahverkehr und hat eine Betriebspflicht. In Köln sind etwa 3.500 Taxifahrer betroffen. Solch eine Situation hat Aram Bloedorn seit 20 Jahren noch nicht erlebt. Er wünscht sich wieder Normalität. "Dass man nicht mit so viel Angst durch die Gegend läuft und dass man auch wieder näher an die Menschen ranrücken kann, nicht hinter einer Scheibe sitzen muss“, sagt er. „Ich habe irgendwie immer noch ein bisschen die Hoffnung, dass ich aufwache und merke, das war alles nur ein Traum, und ich hab einen Alptraum gehabt. Das wäre mein größter Wunsch, die Hoffnung stirbt zuletzt.“

Stand: 09.04.2020, 10:13