Angst vor Uber: Hunderte Taxifahrer demonstrierten in Düsseldorf

Angst vor Uber: Hunderte Taxifahrer demonstrierten in Düsseldorf

  • Demo gegen Liberalisierung des Taximarktes
  • Angst vor Konkurrenz durch Uber
  • Straßenkorso und Kundgebung in Düsseldorf

Taxifahrer aus ganz NRW haben am Mittwoch (10.04.2019) in Düsseldorf gegen die vom Bundesverkehrsministerium geplante Liberalisierung des Taximarktes demonstriert.

Bereits am Vormittag hatten sich mehrere hundert Taxifahrer auf dem Messeparkplatz versammelt, um im Autokorso durch die Landeshauptstadt zu fahren. Am Nachmittag folgte eine Kundgebung vor dem Landtag.

Angst vor Uber

Taxifahrer demonstrieren vor dem Düsseldorfer Landtag.

Taxifahrer demonstrieren vor dem Düsseldorfer Landtag.

Der Protest richtet sich gegen die Pläne von Andreas Scheuer (CSU), wonach künftig Auflagen für Mietwagenfirmen wegfallen sollen. Konkret meint das, dass die Fahrer von zum Beispiel Uber nicht mehr zu ihrem Hauptstandort zurückkehren müssen. Damit dürften sie - wie sonst nur Taxifahrer - an der Straße auf Kunden warten, und Taxis noch stärker Konkurrenz machen.

"Die Uber-Fahrer kommen von außerhalb der Stadt, machen ihr Geschäft, gehen nicht zurück zu ihrer Betriebssitzgemeinde und fahren in der Stadt hoch und runter. Das bringt es nicht", sagte der Taxiunternehmer Patrick Reinhardt gegenüber dem WDR in Düsseldorf. "Ich bin entäuscht von der Stadt und den Politikern. Ich hoffe, dass wir mit dem heutigen Tag auf uns aufmerksam machen können."

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Die Taxifahrer an Rhein und Ruhr befürchten massive Umsatzeinbußen. Düsseldorfs Taxivorstand Dennis Klusmeier ist empört: "Für die Branche bedeutet es, dass zwischen Mietwagen und Taxis um einen Kuchen gekämpft wird." Bei der Demonstration gehe es aber nicht nur um die Existenzen der Taxiunternehmer, sondern auch um Prinzipien des Verbraucherschutzes.

Der Bundesverband Taxi und Mietwagen (BZP) hatte insgesamt in rund 30 deutschen Städten zu Protestaktionen aufgerufen, darunter in Berlin, wo der Bundesverkehrsminister zu den Demonstrierenden sprach. Er wolle keine ungrechte Verhältnisse der Personenbeförderung. Die Verantwortung für die umstrittene Rückkehrpflicht wies er jedoch von sich. Darüber müssten die Städte entscheiden.

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Stand: 10.04.2019, 14:06

Kommentare zum Thema

7 Kommentare

  • 7 Frank Lausé 10.04.2019, 18:53 Uhr

    Ich finde die „Liberalisierung „ einen Hohn. Erst werden die Taxi-Unternehmer in den Konkurs getrieben, dann erhöht Uber die Preise und danach bekommt Herr Scheuer einen Platz im Vorstand von Uber. Wir sind mit unseren Taxen immer gut gefahren....!

  • 6 Kritiker 10.04.2019, 18:17 Uhr

    Ich kann zwar die Ängste der Taxifahrer verstehen, trotzdem kann und darf es keine Monopolgesellschaft für Taxen geben. Ist doch wie überall, Konkurrenz belebt das Geschäft und bei den aktuellen Preisen schadet es erst recht nicht wenn ein wenig Druck zugunsten der Kunden aufgebaut wird.

    Antworten (1)
    • Jörg Meinert 10.04.2019, 21:09 Uhr

      Taxen sind ein Teil des öffentlichen Personennahverkehrs. Die Preise resultieren aus den Ergebnissen der Industrie und Handelskammern. Stadträte und Kreistage beschließen dann den Tarif. Von einer Fahrpreisüberhöhung seitens der Taxi branche kann daher keine Rede sein. Der Fahrpreis garantiert lediglich die Wirtschaftlichkeit der Unternehmen. Dumping Preise wie von Uber sind nur von kurzer Dauer. Das sollte der Verbraucher bedenken.

  • 5 Carsten Mohr 10.04.2019, 17:11 Uhr

    Was ist das bitte für eine Aussage: "Die Uber-Fahrer kommen von außerhalb der Stadt, machen ihr Geschäft, gehen nicht zurück zu ihrer Betriebssitzgemeinde und fahren in der Stadt hoch und runter. Das bringt es nicht" Und der Oberklopfer ist diese Aussage: "Für die Branche bedeutet es, dass zwischen Mietwagen und Taxis um einen Kuchen gekämpft wird." Pfründe sichern und sich vom freien Markt abschotten, ohne Sinn und Verstand. Die Taxen fahren wie die Henker und sind oft frech wie sonst was. Dann soll es ruhig auch billiger werden. Können die Studenten endlich wieder in Ruhe studieren, die Rentner renten. Ich bin für freie Marktwirtschaft. Mein Geschäft ist auch nicht geschützt und ich muß um Kunden werben.

  • 4 Priska Paterlini 10.04.2019, 16:55 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er Werbung enthält. (die Redaktion)

  • 3 Sam 10.04.2019, 16:52 Uhr

    Der Kunde soll entscheiden, zu wem er ins Auto steigt. Ich habe bei den hiesigen Taxifahrten zumeist nur unhöfliche, schlecht deutsch sprechende Fahrer erlebt. Kein Gast-Gefühl. Also ist es an der Zeit, dass etwas neues kommt. Der Fahrer von Uber war höflich und zuvorkommend, ich konnte ihn auch anschließend bewerten! Der Bessere gewinnt!

  • 2 Noch ein Aachener 10.04.2019, 15:55 Uhr

    Liebe Taxibranche, in meiner Kindheit, also den zugegeben nicht allzufernen 80ern, war Taxifahren etwas besonderes. Die Fahrzeuge waren von ihren Leuten gepflegte, sichere und nicht ganz billige, dafür extrem flexible und schnelle Mittel, um während eines Schwätzchens von A nach B zu kommen. In meiner Bundeswehrzeit hatte ich das "Vergnügen" alle Taxis, welche die Air Base Ramstein ansteuerten, zu durchsuchen. Im Nachhinein betrachtet Käse, aber so war es. Mit den Fahrerinnen und Fahrern entspann sich so manches Gespräch, im Guten wie im Schlechten, nur konnte man schon einen erheblichen Unterschied zwischen Überzeugungsfahrern und Söldnern feststellen. Heute, und egal ob Köln, Düsseldorf, Frankfurt oder Berlin, sind es abgeranzte Karren, die übelst stinken (Rauch, Schweiß, Müll,...), mit Fahrern, die wohl in Kalkutta fahren gelernt haben, die einen aufs Übelste beschimpfen, weil man mit vier Personen "nur" 7 km weit fährt. Ergo: Jede Konkurrenz zu den heutigen Zuständen ist gut!

  • 1 Zweifler 10.04.2019, 15:17 Uhr

    Mein Mitleid hält sich in Grenzen. Bei den Orts-, uns Sprachkenntnissen der Fahrer, sowie dem Zustand der Fahrzeuginnenräume die mir in der Vergangenheit in Frankfurt, Düsseldorf und Stuttgart oftmals zugemutet würde ein wenig Konkurrenz der Branche gut tun.