Raubkunstdebatte in Düsseldorf um berühmtes Gemälde

Eine Frau betrachtet das Gemälde "Füchse" von Franz Marc.

Raubkunstdebatte in Düsseldorf um berühmtes Gemälde

Tauziehen um ein millionenschweres Gemälde des berühmten Malers Franz Marc: Nach fast 60 Jahren fordert eine Erbin des einstigen Besitzers das Bild von der Stadt Düsseldorf zurück.

Das Gemälde "Die Füchse" (1913) war 1982 als Schenkung in das städtische Museum Kunstpalast gelangt. Zuvor war es im Besitz des Berliner Kaufmanns Kurt Grawi. Der jüdische Sammler war 1939 nach mehrwöchiger KZ-Haft in Deutschland ins Ausland emigriert. Ob er das Gemälde davor verkauft hatte, ist Forschern nicht bekannt.

Nach über 60 Jahren melden sich die Erben

Erben des damals verfolgten jüdischen Sammlers wollen nun das millionenschwere Gemälde von der Stadt Düsseldorf zurück. "Wir hoffen auf späte Gerechtigkeit, wie viele andere auch", sagte Ingeburg Breit (88). Sie ist die Schwiegertochter des einstigen Besitzers.

Düsseldorfs Oberbürgermeister, Thomas Geisel, teilte mit, er habe den Willen, eine Lösung zu finden. Aber: "Es gibt eine Reihe offener Punkte bei der Provenienzforschung".

Heftige Kritik nach Ausstellungsabsage

Düsseldorf war für seinen Umgang mit Raubkunst zuletzt in die Kritik geraten. Ende 2017 hatte die Stadt eine fürs Frühjahr geplante Ausstellung über den von den Nazis verfolgten Düsseldorfer Galeristen Max Stern abgesagt. Die Folge war ein internationaler Eklat. Nun soll die Ausstellung im Herbst 2018 doch stattfinden, begleitet von einem internationalen Symposium.

Stand: 09.02.2018, 08:32