#streifenfrei: Mehr Aufmerksamkeit für Blindenleitsystem

Gerd Kozyk orientiert sich mit Hilfe der leitenden Linien.

#streifenfrei: Mehr Aufmerksamkeit für Blindenleitsystem

Von Hanna Makowka

  • Mehrheit kennt Blindenleitsystem nicht
  • Kampagne von Stadt und Künstlern
  • Blockierung der Leitlinien gefährdet Blinde

Mit der Kampagne "Streifenfrei" macht die Stadt Düsseldorf von Donnerstag (06.06.2019) bis Sonntag (09.06.2019) auf Blindenleitsysteme aufmerksam.

Dabei handelt es sich um im Boden eingelassene Rillenplatten, die es blinden und sehbehinderten Menschen ermöglichen sollen, sich mithilfe eines Blindenstocks selbstständig im öffentlichen Raum fortzubewegen.

Künstlerkollektiv markiert Wege

Im Rahmen der Kampagne hat das Künstlerkollektiv "Tape That" bunte Tapes auf dem Corneliusplatz und in der U-Bahn-Station Heinrich-Heine-Allee angebracht. Sie sollen Hindernisse symbolisieren, die oft auf den leitenden Linien stehen und Menschen, die die Linien benutzen, behindern.

Kaum einer weiß, was die Linien bedeuten

Anlass für die Aktion ist eine Umfrage der Stadt Düsseldorf, bei der Passanten nach der Bedeutung der Linien auf Fußgängerwegen gefragt wurden. Demnach wussten 92 Prozent der Befragten nicht, dass es sich um ein Blindenleitsystem handelt. Sie vermuteten, dass es sich um Regenrinnen oder Kunst handele.

Blockierung der Leitlinien: Gefährdung für Blinde

Gerd Kozyk ist im Beirat zur Förderung für die Belange von Menschen mit Behinderung und im Verstand des Blinden- und Sehbehindertenvereins Düsseldorf. Er ist selbst blind und orientiert sich mit Hilfe des Blindenleitsystems.

Immer wieder erlebt er, dass die leitenden Streifen durch Autos, Mülltonnen oder Baustellenabsperrungen blockiert sind. Für ihn sind diese Blockierungen mehr als nur ein Hindernis: "Für einen Sehenden sind zwei Meter unscheinbar, für einen Blinden bedeutet das Orientierungsprobleme und eventuell auch Gefährdung, weil ich nicht weiß, was sich neben dem Streifen befindet."

Stand: 06.06.2019, 13:54