Eine Animation die zeigt, wie die Seeverbindung aussehen könnte

Ein Schiffskanal soll Tagebauseen verbinden

Stand: 06.04.2022, 15:37 Uhr

Nach Ende der Kohleförderung werden sich die Tagebaue Inden und Hambach zu großen Seen entwickeln. Jetzt wurden Pläne vorgestellt, die Seen mit einem schiffbaren Kanal zu verbinden.

Von Helga Hermanns

5,8 Kilometer lang ist die Trasse zwischen den beiden Tagebauen. Vor der Entscheidung, die riesigen Löcher mit Wasser zu befüllen, sollte zwischen Hambach und Inden eine 80 Meter breite Bandstraße gebaut werden. Sie wäre nötig gewesen, um Erde zur Verfüllung des Tagebaus Inden zu transportieren.

Schiffshebewerke und Wasserkraft

Auf dieser Trasse soll in den nächsten Jahren zunächst ein Radweg entstehen. In einigen Jahrzehnten wird dann aus dem grünen ein blaues Band – also ein Kanal, auf dem Schiffe fahren sollen.

Eine Animation, die zeigt, wie die Seeverbindung aussehen könnte

So könnte es im Rheinischen Revier aussehen

Am Mittwoch (06.04.2022) unterzeichneten die Landräte des Rhein-Erft-Kreises und des Kreises Düren sowie die Bürgermeister der Anrainer-Kommunen eine Absichtserklärung. Diese ist auch der offizielle Start einer Machbarkeitsstudie und der Planungen für das Großprojekt.

Dabei sollen die technischen Fragen beantwortet werden. Zum Beispiel müssen Schiffshebewerke geplant werden, damit der Höhenunterschied von 50 bis 90 Metern zwischen den Tagebauen überwunden werden kann. Das Gefälle könnte außerdem zur Energiegewinnung genutzt werden – mit einem Wasserkraftwerk.

Querung der Rur

Eine weitere technische Herausforderung wird die Querung der Rur sein. Der Kanal könnte mit einem Brückenbauwerk über den Fluss geführt werden. Dabei müssen Gesetze des Naturschutzes beachtet werden.

Dies halten die Planer aber für eine lösbare Aufgabe. Für solch ein Projekt müsse man Mut beweisen, sagte der Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft Indeland, Jens Bröker.

Ohne Mut kann man den Strukturwandel nicht steuern und auch nicht meistern. Jens Bröker
Entwicklungsgesellschaft Indeland

Historische Chance

Der Indesee wird größer sein als der bayerische Tegernsee, der Hambachsee wird noch größer werden. Damit gebe es die historische Chance, eine der größten zusammenhängenden Wasserflächen in Deutschland zu schaffen. Mit der weiteren Option, auch den See im Tagebau Garzweiler anzuschließen, betonte der Dürener Landrat Wolfgang Spelthahn.

Eine Animation, die zeigt, wie die Seeverbindung aussehen könnte

Auf dem Kanal könnten auch Segelboote fahren

Das Kanal-Projekt sieht der Landrat des Rhein-Erft-Kreises, Frank Rock, als sichtbares Symbol der engen Verbindung zwischen Indeland und Rheinschiene. Eine zusammenhängende Wasserfläche werde die Lebens- und Aufenthaltsqualität künftiger Generationen deutlich steigern.

Verbindung Hambach- und Indesee

00:28 Min. Verfügbar bis 06.04.2023