Pfarrkirche in Kerpen-Manheim entweiht

Kirche am Tagebau Hambach entweiht

Pfarrkirche in Kerpen-Manheim entweiht

  • 300 Menschen feiern letzten Gottesdienst
  • Ort und entweihtes Gotteshaus müssen Tagebau weichen
  • In Manheim-alt leben noch etwa 120 Menschen

Mit einer letzten Messe haben 300 Menschen im Tagebaudorf Kerpen-Manheim im Rheinischen Revier Abschied von ihrer Kirche genommen. Die Entweihung der katholischen Kirche St. Albanus und Leonhardus begann am Samstagnachmittag mit einem minutenlangen Glockengeläut.

Die Kirche von Manheim

Seit 1900 steht das Gotteshaus

Die Kirche wurde 1900 eingeweiht. Sie muss nun, wie der gesamte Ort Manheim, dem Braunkohletagebau Hambach weichen. Das Inventar wie Altar, Fenster und Taufstein soll mit in die neue, noch zu bauende Kapelle nach Manheim-neu. Einen Termin für den Abriss des Gotteshauses gibt es noch nicht.

Protestzug zum Ort

Zuvor gab es einen Protestzug mit 150 Teilnehmern der Friday-for-Future-Bewegung nach Manheim-alt. Dort haben Initiativen und Braunkohlegegner vor dem letzten Gottesdienst still protestiert.  Sie forderten unter anderem die Kirchen auf, sich für den Erhalt der vom Tagebau bedrohten Dörfer einzusetzen. Die Umsiedlung von Manheim läuft bereits seit sieben Jahren. Im alten Ort leben noch etwa 120, von ehemals etwas mehr als 1.600 Einwohnern. 1.200 Menschen sind bereits in den neuen Ort bei Kerpen gezogen. Spätestens 2022 sollen die Schaufelradbagger Manheim-alt erreichen, bis dahin soll die Umsiedlung abgeschlossen sein. 

Dörfer ohne Zukunft? Unterwegs im Westen 13.05.2019 29:08 Min. UT Verfügbar bis 13.05.2020 WDR Von Tanja Reinhard, Jörg Laaks

Stand: 18.05.2019, 18:00