Regulierung von Bergbauschäden unklar

Ein Mitarbeiter des Bergamtes untersucht eine Hauswand

Regulierung von Bergbauschäden unklar

  • Appell von 500 Hauseigentümern an Kohlekommission
  • Entschädigungen sollen in Abschlussbericht
  • 650 Schadensmeldungen pro Jahr

Mit einem Appell wenden sich etwa 500 tagebaugeschädigte Hauseigentümer aus dem rheinischen Revier an die Kohlekommission in Berlin. Sie fordern, dass Entschädigungen für Bergbaubetroffene in den Abschlussbericht aufgenommen werden.

Ansprechpartner für Bergschäden gefordert

Im rheinischen Revier wächst die Befürchtung, dass künftig niemand mehr für die Regulierung von so genannten Bergschäden zuständig sein könnte, sollte der Ausstieg aus der Braunkohle doch schneller kommmen als geplant. Die betoffenen Hauseigentümer hätten Angst, auf ihren Schäden sitzen zu bleiben, so ein Sprecher. Laut RWE melden sich pro Jahr etwa 200 Hauseigentümer, weil sie den Tagebau für Wandrisse oder Absenkungen verantwortlich machen. Hinzu kommen noch einmal jährlich 450 Meldungen über sogenannte Folgeschäden, die zwar schon einmal ausgebessert wurden, aber wieder da sind.

Haftung muss geklärt sein

Das Stommelner Aktionsbündnis "Leben ohne Braunkohle" denkt noch einen Schritt weiter. Denn wenn die Braunkohleförderung im Revier endet, steigt auch das Grundwasser wieder an. Noch wird es aus großen Tiefen abgepumpt und beispielsweise in die Erft bei Bergheim Kenten gepumpt. Ohne das Abpumpen des Grundwassers wäre der Betrieb eines Tagebaus nicht möglich. "Während im Bereich des Steinkohlebergbaus eine Sicherung in Form von Ewigkeitslastenfonds eingerichtet wurde, existiert ein solcher für das Rheinische Revier nicht", schreibt das Bündnis aus Stommeln. Daher ihr Appell: Entschädigungen für betroffene Hauseigentümer sollen in den Abschlussbericht der Kohlekommission aufgenommen werden.

Stand: 25.01.2019, 11:05

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