Kunstprojekt erinnert an November-Pogrome in Solingen

Die 1938 zerstörte Synagoge in Solingen wurde virtuell rekonstruiert.

Kunstprojekt erinnert an November-Pogrome in Solingen

  • Kunstprojekt erinnert an Novemberpogrome 1938
  • Zerstörte Synagoge wurde virtuell rekonstruiert
  • Wegen des Sabbats fand die Aktion einen Tag früher statt

Anlässlich des 80. Jahrestags der Zerstörung der Synagoge in Solingen hat das Projekt "Unsichtbar" am Donnerstagabend (08.11.2018) an die Novemberpogrome in Nazi-Deutschland erinnert.

Synagoge durch VR-Brille erleben

Mitglieder des Kunstvereins Solingen sowie der Medienhochschule Köln haben eine virtuelle Welt erschaffen, in der man durch eine VR-Brille die im November 1938 zerstörte Synagoge noch einmal erleben konnte.

Bilder wurden auf eine Bunkerwand an der Stelle projiziert, wo die Synagoge in der sogenannten Reichskristallnacht zunächt niedergebrannt und später abgerissen worden war. Für die audiovisuelle Installation war die Synagoge durch 3D-Scans virtuell rekonstruiert worden.

Pogrome 1938: mehr Tote als angenommen

WDR 5 Westblick - Interview | 05.11.2018 | 05:00 Min.

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Mehr als 400 Menschen in Deutschland ermordet

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 waren in Deutschland bei den vom Nazi-Regime organisierten und unterstützten Pogromen gegen den jüdischen Teil der deutschen Bevölkerung Hunderte Menschen ermordet und Tausende Synagogen sowie jüdische Geschäfte, Wohnungen und Friedhöfe zerstört worden.

Da in den Abendstunden am Freitag (9. November) der jüdische Ruhetag Sabbat beginnt, hätte dieser Termin orthodoxen Juden die Teilnahme am Abend des Kunstvereins verwehrt. Daher habe man den 8. November als Termin gewählt.

Stand: 08.11.2018, 19:56