Symposium: Kölner Messe-Skandal wird öffentlich aufgerollt

Symposium zu Kölner Messe-Skandal im Gürzenich

Symposium: Kölner Messe-Skandal wird öffentlich aufgerollt

Von Jens Gleisberg

Im Kölner Gürzenich ist heute der so genannte Messe-Skandal um den Bau der Messehallen Anfang 2000 Diskussionsthema. Nach vielen Jahren soll Licht in diesen Fall Kölschen Klüngels gebracht werden.

Es ging damals und es geht auch heute noch um den Vorwurf, dass ab dem Jahr 2003 beim Bau der vier Hallen an der Kölner Messe der private Oppenheim-Esch-Fonds bevorzugt worden sein soll.

Die Stadt Köln hatte damals einen Mietvertrag mit dem privaten Oppenheim-Esch-Fonds als Bauherren der Messehallen abgeschlossen. Das Geschäft machte Schlagzeilen als Kölscher Klüngel.

Gutachten zum Bau der Messehallen

Wer damals die Fäden gezogen hat und die Entscheidung zugunsten des privaten Fonds getroffen hat, sollte ein Gutachten klären. Diskutiert wird jetzt öffentlich allerdings nur eine abgespeckte Version. Denn zum Schutz von Persönlichkeitsrechten sind die Namen der Beteiligten in dem Gutachten geschwärzt worden.

Das Messegelände in Köln-Deutz

Messegelände in Köln-Deutz

Die damals Beteiligten waren der Bauunternehmer Josef Esch, in dessen Fondsgesellschaft die vermögenden Kunden des Bankhauses Oppenheim Geld angelegt hatten. Finanzierungspartner war die damalige Stadtsparkasse Köln. In deren Verwaltungsrat saßen Kölner Politiker, die auch bei der Messe im Aufsichtsrat saßen.

Mietvertrag scheiterte vor dem Europäischen Gerichtshofs

Ursprünglich wollte die Messegesellschaft die Hallen selber errichten. Die Kölner Politik allerdings entschied sich dafür, das Grundstück an den Fonds zu verkaufen und die Hallen anschließend anzumieten. Allerdings ohne vorher das Geschäft europaweit auszuschreiben. Ein Verstoß gegen das geltende Recht, urteilte Jahre später der Europäische Gerichtshof.

Diskussion soll Transparenz schaffen

Die Stadt hätte viel Geld sparen können und sich einen erheblichen Imageschaden erspart. Damit so etwas nicht noch einmal vorkommen kann und der angekratzte Ruf der Kölner Politik wiederhergestellt wird, hatten Ratspolitiker auf das jetzt erstellte Gutachten und die öffentliche Diskussion darüber gedrängt. 

Stand: 14.08.2020, 10:39

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