Bau-Boom und Niedrigwasser: Viele Bombenfunde in NRW

Bombenentschärfung in Köln

Bau-Boom und Niedrigwasser: Viele Bombenfunde in NRW

Von Sabine Büttner

  • Viele Bombenfunde im vergangenen Jahr
  • Luftbilder werden zur Suche genutzt
  • Unzählige Bomben liegen noch in der Erde

Klein- und Brandbomben, Munition, aber auch größere Bomben: Insgesamt gab es in NRW im vergangenen Jahr bis Herbst fast 2.140 Funde - mehr als im gesamten Jahr davor. In Mönchengladbach, Oberhausen, Essen und Köln kamen Bomben zum Vorschein, die je eine Tonne wogen.

Das Kölner Ordnungsamt war am Jahresende gleich zweimal wegen größerer Blindgänger im Einsatz, etwa im Dezember 2018 bei einem Fund an der Aachener Straße. 8.000 Menschen mussten ihre Häuser und Wohnungen verlassen - für Ordnungsamt und Rettungsdienste ein Großeinsatz mitten in der Stadt.

Bau-Boom und Niedrigwasser: Viele Bombenfunde in NRW

WDR 5 Morgenecho - Westblick am Morgen 08.03.2019 04:00 Min. WDR 5

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Bombensuche mithilfe von Luftbildern

Hintergrund vieler Funde ist auch der Bau-Boom in der Stadt. Jeder Bauherr ist verpflichtet, sein Grundstück auf Kampfmittel untersuchen zu lassen.

Das geschieht auch mithilfe von Luftbildern der Aliierten, die der Bezirksregierung Düsseldorf vorliegen, erklärt Heribert Büth vom Kölner Ordnungsamt: "Wenn man auf einem Grundstück in Köln bauen will, wird nachgeguckt, ob es ein Luftbild dazu gibt." Experten suchen auf den Bildern zum Beispiel nach Einschlagstellen.

Stadtweite vorsorgliche Suchen gibt es nicht

Auf diese Weise vorsorglich das gesamte Stadtgebiet absuchen geht nicht, sagt Büth. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst gehe davon aus, dass von versteckt liegenden Blindgängern keine akute Gefahr ausgeht. Deshalb werde immer nur dann gesucht, wenn Erde bewegt, also gebaut werde.

Menschen stehen auf einem Transport-Schiff im Mülheimer Hafen

Entschärfung einer Bombe im Februar 2019 im Mülheimer Hafen

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst kommt immer dann zum Einsatz, wenn eine Bombe gefunden wird. Im Februar 2019 etwa wurde ein Blindgänger im Rhein entdeckt. Per Schiff wurde die Bombe in einen abgelegenen Teil des Mülheimer Hafens gebracht und dort entschärft.

Zehn Prozent aller Bomben waren Blindgänger

Unzählige Bomben liegen noch im Kölner Boden, schätzt Heribert Büth vom Ordnungsamt: "Köln wurde im Zweiten Weltkrieg rund 260 Mal aus der Luft angegriffen. Experten schätzen, dass zehn Prozent aller Bomben Blindgänger sind."

Stand: 08.03.2019, 11:22

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