VRS-Studie: Kostenloser ÖPNV würde Milliarde kosten

Ein Mann steht vor einem Fahrkartenautomaten der VRS

VRS-Studie: Kostenloser ÖPNV würde Milliarde kosten

Von Udo Bühlmann

  • 30 Prozent mehr Fahrgäste bei kostenlosem Nahverkehr
  • Aber Ausbaukosten von 120 Millionen Euro pro Jahr
  • höhere Kapazität möglich

Eine Studie im Auftrag des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg (VRS) hat erforscht, was ein kostenloser öffentlicher Nahverkehr kosten würde. Ergebnis: Es würde sehr teuer.

Kostenloser Nahverkehr

Eine große Masse an Personen wartend am Bahngleis auf dem Kölner Hauptbahnhof

Pendler warten am Kölner Hauptbahnhof

Die Untersuchung des Unternehmens „WVI Verkehr Infrastruktur“ in Braunschweig wurde am Freitag (28.06.2019) der Zweckverbandsversammlung des VRS vorgestellt. Voraussetzung war die Annahme, den Öffentlichen Personennahverkehr, ÖPNV, künftig kostenlos anzubieten. Die Studie sollte klären, ob der VRS bis zum Jahr 2024 seine Kapazität erhöhen kann. Schätzungen gehen davon aus, dass bei einem kostenlosen Nahverkehr die Fahrgastzahlen um 30 Prozent steigen.

Bahnausbau kurzfristig nicht möglich

Einfahrender VRS-Bus an der Neumarkt Haltestelle

Das Busangebot müsste ausgebaut werden

Die Studie stellt fest, es geht. Voraussetzung: alle geplanten Verbesserungen im Busangebot werden umgesetzt. Den Bahnen würde keine größere Rolle zukommen. Schon jetzt sind ein Drittel der Stadtbahn- und regionalen Zuglinien überlastet. Steigt die Fahrgastzahl um 30 Prozent, wäre der größte Teil aller Verbindungen überlastet. Ein schneller Bahnausbau sei bis zum Jahre 2024 nicht möglich.

Vorrang für Bus und Rad

Wartende Personen am Bahnsteig vom Kölner Hauptbahnhof mit einer einfahrenden Bahn

Viele Menschen würden gerne auf das Auto verzichten

Daher müssen andere Verkehrsmittel ausgebaut werden. Dazu gehören ein größeres Platzangebot, mehr Busse, kürzere Takte, die Einführung von Schnellbuslinien und eine bessere Vernetzung. Weiter sollen eigene Bus- und mehr Fahrradspuren den Verzicht aufs Auto attraktiver machen. Dazu gehören auch Vorrangschaltungen für Busse an Ampeln.

Jährlich 120 Millionen Euro

Allein der Ausbau würde jährlich 120 Millionen Euro kosten. Bei einem kostenlosen Nahverkehr kämen weitere Kosten wie Einnahmeausfälle dazu, den VRS würde das insgesamt eine Milliarde Euro kosten. Der Verkehrsverbund fordert deshalb von Bund und Land, diese Kosten zu übernehmen.

Stand: 28.06.2019, 13:59