7.000 Senioren getestet - Studie gegen Schlaganfall in Aachen

Schematische Darstellung eines Herzinfarkts

7.000 Senioren getestet - Studie gegen Schlaganfall in Aachen

Von Ulrike Zimmermann

Die Uniklinik Aachen hat eine Studie gegen Schlaganfall ausgewertet. Mehr als 7.000 ältere Menschen nahmen an einem Schnelltest in Apotheken teil. 256 von ihnen hatten Vorhofflimmern, ein Risikofaktor für Schlaganfall, ohne dass sie es wussten.

Die Uniklinik wertet die Studie als wegweisend. Bei knapp 4 Prozent der Teilnehmer wurde ein bis dahin nicht diagnostiziertes Vorhofflimmern festgestellt. Die Studie zeige, dass durch eine einfache Vorsorgeuntersuchung mit einem EKG-Stab der Risikofaktor Vorhofflimmern auch außerhalb von Arztpraxen oder Krankenhäusern entdeckt werden könne. Der Kardiologe Nikolaus Marx von der Uniklinik: „Wenn man das Vorhofflimmern nicht behandelt, ist das Schlaganfallrisiko sehr hoch. Wenn man es aber diagnostiziert hat, kann man das Blut verdünnen und das Risiko verringern.“

Studie soll ausgeweitet werden

Die Uniklinik will die Studie gerne ausweiten – möglichst auf fünf weitere Städte, um noch mehr Datenmaterial zu bekommen. Die Mediziner wollen herausfinden, ob ein flächendeckendes Schnelltestverfahren in Apotheken geeignet wäre, um das Schlaganfallrisiko zu verringern. So könnten möglicherweise nicht nur viele Menschenleben gerettet, sondern auch Gesundheitskosten gesenkt werden.

Schnelltest in einer Minute

Zu sehen ist ein EKG-Stick mit Elektroden, der als Schnelltest für Vorhofflimmern verwendet wird.

Bei dem Schnelltest muss der Proband einen 30 Zentimeter langen EKG-Stick mit Elektroden an beiden Enden eine Minute lang in beiden Händen halten. Blinkt er rot, gibt es Unregelmäßigkeiten und der Proband sollte sich beim Hausarzt genauer untersuchen lassen.

In 90 Apotheken in Stadt und Städteregion Aachen ließen sich im Frühjahr 2017 innerhalb von vier Wochen fast 7.300 Menschen testen. Ihr Durchschnittsalter war 74 Jahre. 

Stand: 10.08.2020, 18:53