Fällt das Erbe der Springmanns an ihren mutmaßlichen Mörder?

Tor der Springmann Villa in Ronsdorf

Fällt das Erbe der Springmanns an ihren mutmaßlichen Mörder?

Von Wolfram Lumpe

  • Sieben Zivilklagen um Erbe und Vermögen
  • Beklagter ist der Springmann-Enkel
  • Enkel soll Großeltern ermordet haben

Der Enkel der Springmanns soll seine Großeltern ermordet haben, ist aber wohl auch als Erbe in deren Testamenten vorgesehen. Dagegen wenden sich die Kläger. Am Freitag (13.09.2019) startete in Wuppertal das erste von sieben zivilgerichtlichen Verfahren, in denen es um das Vermögen der Ermordeten geht.

Zweieinhalb Jahre nach dem Mord an Christa und Enno Springmann wird der Kampf um Vermögen und Erbe jetzt offenbar vor Gericht weitergeführt. Im ersten Verfahren standen sich der Anwalt des 28-Jährigen und die Anwälte seines Vaters gegenüber.

Geschenkt ist nicht geschenkt

Der Sohn der Springmanns war schon im Mord-Prozess als Nebenkläger gegen seinen Sohn aufgetreten. Jetzt will er den „Widerruf einer Schenkung“, wie es  juristisch heißt. Konkret ging  es heute um ein kleines Waldstück, das die Großeltern ihrem Enkel zugedacht hatten. Dessen Vater beruft sich jetzt auf die Rechtsprechung. Die sagt, dass eine Schenkung nicht rechtens ist, wenn "der Beschenkte vorsätzlich (…) den Schenker getötet (…) hat.“

Alle gegen den Enkel

Auch der „Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e.V.“ klagt gegen den Springmann-Enkel. Um welche Werte es dabei geht, ist öffentlich nicht bekannt. Warten müssen alle. Die Frage "wer getötet hat, schwebt über allem“, sagte der Vorsitzende Richter heute. Und die ist nicht geklärt.

Warten auf den Bundesgerichtshof

Der Enkel wurde vom Landgericht wegen der Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Dagegen hat er Revision eingelegt. Über die will Bundesgerichtshof Mitte November entscheiden. Das Urteil  gegen den 28-Jährigen wird dann entweder rechtskräftig oder es muss neu verhandelt werden. Die Zivilrichter wollen das abwarten. Ohne Klarheit im Strafverfahren könnten sie nicht entscheiden, hieß es.

Stand: 13.09.2019, 15:43