Ein braunes Pony steckt seine Nase durch einen Zaun.

Maiti auf der Flucht - Streit um ein ausgebüxtes Pony

Stand: 21.12.2021, 17:30 Uhr

Der Besitzer eines ausgebüxten Ponys muss der Eifelgemeinde Blankenheim 550 Euro für die behördlich angeordnete Verwahrung seines Tieres nachzahlen. Das hat das Verwaltungsgericht in Aachen entschieden.

Von Helga Lennartz

Maiti ist ein kleiner Ausreißer. Das Shetlandpony, das kaum größer als ein Schäferhund ist, hatte es immer wieder geschafft, durch den Zaun seiner Koppel bei Blankenheim zu schlüpfen. Ziel seiner Ausflüge waren meist die Stuten eines entfernt gelegenen Hofes.

 Ausflug endet in Verwahrstation

Anfang Dezember 2019 war Maiti wieder „on Tour“. Er wurde an einer Hauptstraße in Blankenheimerdorf gesichtet, rund 700 Meter von seiner Koppel entfernt. Das Ordnungsamt schritt ein, denn das freilaufende Pony stellte eine Gefahr für sich und andere Verkehrsteilnehmer dar. 

Da niemand wusste, wem das Tier gehört, kam Maiti als Fundtier in Verwahrung. Zwar meldete sich bald darauf sein Besitzer, doch er konnte außer dem alten Impfpass des Ponys kein offizielles Eigentumsdokument vorlegen. So entschied das Ordnungsamt: Das Tier bleibt vorerst in behördlich angeordneter Verwahrung.

 Zeugen identifizieren Maiti

Das Blatt wendete sich, als Ende Januar die lokale Presse über das aufgegriffene Pony berichtete. Daraufhin meldeten sich viele Leser: Ja, das ist doch der Maiti! Und zu wem das 16 Jahre alte Pony seit langem gehört, das war auch bekannt.

Das genügte dem Ordnungsamt, das Pony durfte am 7. Februar 2020 wieder nach Hause. 

 750 Euro für Kost und Logis 

Mit der Rückgabe erhielt Maitis Besitzer auch eine Rechnung über 750 Euro. Soviel habe die wochenlange Unterbringung des Tiers plus Gebühren gekostet. Sein Besitzer zahlte aber nur 200 Euro, für ihn war sein Pony unnötig lange in Verwahrung gewesen. Und weil es zu keiner Einigung kam, zog der Mann mit dem Fall vor das Aachener Verwaltungsgericht und klagte gegen den Bescheid der Gemeinde Blankenheim.

Dort hatte der Richter zunächst versucht, den Kläger zu einem Vergleich zu bewegen. Er und das Ordnungsamt sollten sich die noch ausstehenden Kosten, also 550 Euro, teilen. Darauf ließ sich Maitis Besitzer aber nicht ein. 

So sprach letztlich der Richter das Urteil, der Kläger muss die ganze Summe zahlen. Zum einen habe er keine Eigentumsurkunde für Maiti vorlegen können, zum anderen sei die Rückgabe des Ponys auch immer an die Auflage geknüpft gewesen, dafür zu sorgen, dass Maiti nicht mehr entwischen kann. Das sei aber viel zu spät geschehen.

Der Zaun der Pony-Koppel soll jetzt absolut ausbruchssicher sein. Bleibt zu hoffen, dass Maiti nicht wieder einen Weg findet, auszubüxen. „Shetland-Ponys sind sehr raffiniert“, hieß es dazu vor Gericht.