Streit um Luftrettung in Aachen - ADAC darf weiter fliegen

Ein gelber Rettungshubschrauber

Streit um Luftrettung in Aachen - ADAC darf weiter fliegen

Von Richard Derichs

Seit 47 Jahren fliegt im Raum Aachen ein Rettungshubschrauber. Jetzt wurde er erstmals ein Fall für die Gerichte. Weil der ADAC von der Städteregion den Zuschlag für weitere zehn Jahre bekommen sollte, klagte die Deutsche Rettungsflugwacht vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf. Zu unrecht, wie die Richter befanden.

„Die Vergabe durch die Städteregion ist formell nicht zu beanstanden“, so eine Sprecherin des Gerichtes zum WDR. Damit endet ein monatelanger Rechtsstreit.

Im vergangenen Jahr hatte die Städteregion Aachen den Betrieb der Station am Flugplatz Aachen-Merzbrück erstmals ausgeschrieben. Nach geänderten EU-Vergabevorschriften muß das künftig alle zehn Jahre geschehen. Den Zuschlag bekam die seit 1998 ansässige ADAC-Luftrettung, eine gemeinnützige Tochter des Automobilclubs.

Klage abgewiesen

Die Deutsche Rettungsflugwacht klagte dagegen. Die Organisation, die in der Bundesrepublik 32 Hubschrauberstationen betreibt, sah sich durch Fehler im Vergabeverfahren benachteiligt. Im Frühjahr wurde die Klage schon von der Vergabekammer der Kölner Bezirksregierung abgewiesen. Heute auch vom Oberlandesgericht Düsseldorf – und das in letzter Instanz.

Die Städteregion hat jetzt bis zum Ende des Jahrzehnts Sicherheit in Sachen Luftrettung. Die lebensrettenden Einsätze in der Aachener Region gingen während des Rechtsstreits weiter. Der „Christoph Europa 1“ des ADAC flog mit einem Zwischenvertrag – etwa 120 mal pro Monat.

Stand: 22.12.2021, 15:24