Streit um Fischaufzuchtanlage in Wuppertal-Beyenburg

Streit um Fischzuchtstation am Beyenburger See Lokalzeit Bergisches Land 19.07.2019 03:14 Min. Verfügbar bis 19.07.2020 WDR Von Michaela Heiser

Streit um Fischaufzuchtanlage in Wuppertal-Beyenburg

Von Michaela Heiser

  • Anwohner waren sich einig
  • Denkmalgeschütztes Panorama in Gefahr
  • Bürgerversammlung kippt Artenschutzprojekt am geplanten Standort
In Wuppertal Alt-Beyenburg soll eine Fischaufzuchtanlage entstehen.

Im Saal war man sich einig: kein Bau auf der Wiese

Knapp 200 Bürger hatten sich am Mittwochabend (17.07.2019) im evangelischen Gemeindehaus in Wuppertal-Beyenburg versammelt. Und man war sich einig: Eine zehn mal 35 Meter große Halle wollen die Bürger nicht am Wupperufer. Der Industriebau zerstöre den Blick auf den denkmalgeschützten Ort. Bruder Dirk Wasserfuhr aus dem Beyenburger Kloster:  "Während wir Beyenburger in den letzten Jahrzehnten Millionen für Denkmalschutz haben ausgeben müssen, stellt man uns nun so ein Plastikding vor die Nase."

Es soll wieder Lachse in der Wupper geben

In Wuppertal Alt-Beyenburg soll eine Fischaufzuchtanlage entstehen.

Bislang eher klein: Fischaufzucht in Beyenburg

Der Bergische Fischerei-Verein züchtet seit Jahren Lachse in einem Bruthaus an Beyenburger Stausee. Aber dort könnten nicht genug Lachse groß werden, um die Wupper damit neu zu beleben, sagt Helmut Wuttke vom Fischerei-Verein: "Das ist ein Umweltprojekt, was auch dafür da ist, um unseren Kindern in Zukunft auch die Natur zu erhalten." Doch auf der Bürgerversammlung stand Helmut Wuttke alleine da. Denn der Wupperverband will das Grundstück nicht gegen den Willen der Beyenburger an seinen Verein verpachten.

Grundstück gehört Ennepetal

Wiese mit Bäumen, im Hintergurnd ein Dorf mit Kirche

Hier sollte die Fischzucht ursprünglich gebaut werden

Die Stadt Ennepetal, auf deren Gebiet das Wiesengrundstück liegt, hatte einen positiven Bauvorbescheid erteilt. Stephan Langhard von der Stadt war überrascht vom Widerstand der Beyenburger: "Es ist immer nicht ganz so einfach, wenn man im Grünen irgendetwas bauen will. Ich hätte allerdings gedacht, dass das Positive der Lachsaufzucht so deutlich überwiegt. Ich bin da eines Besseren belehrt worden, aber das ändert nichts an der Entscheidung, selbst wenn ich es vorher gewusst hätte."

Suche nach neuem Standort

Harald Krassnitzer im Portrait

Harald Krassnitzer: Erleichtert über die Entscheidung

Im Publikum der Bürgerversammlung saß auch Schauspieler Harald Krassnitzer, der seit Jahren mit seiner Familie in Beyenburg wohnt. Er freut sich über die Entscheidung gegen den Standort, will aber - wie auch die anderen Beyenburger - das Artenschutzprojekt weiter unterstützen. "Wir sind natürlich in einem gewissen Sinn - oder ich fühle mich in einem gewissen Sinne - schon auch in der Verantwortung, dafür zu sorgen, dass der Wupperverband dem Fischerei-Verein eine Alternative bietet." Der Wupperverband, die Städte Wuppertal und Ennepetal, und der Fischerei-Verein wollen jetzt nach einem anderen Standort suchen.

Stand: 18.07.2019, 16:32