Lasst uns reden: Radfahrende gegen Bauern im Remscheider Feldbachtal

Lokalzeit Bergisches Land 08.04.2022 25:13 Min. Verfügbar bis 08.04.2023 WDR Von Helge Rosenkranz

Streit um Fahrradstraße in Remscheid

Stand: 11.04.2022, 16:08 Uhr

Im Remscheider Feldbachtal sollen Radfahrer in Zukunft Vorrang haben. Die Landwirte fürchten deshlab um ihre Existenz.

Von Helge Rosenkranz

Die Stadt Remscheid will das Radfahren in der Stadt sicherer machen – zum Beispiel mit einer Fahrradstraße im Naturschutzgebiet Feldbachtal. Die Straße führt zum Naherholungsgebiet Kräwinklerbrücke in Radevormald.

Das Ziel: Mehr Menschen steigen auf das Rad um, als Beitrag zum Klimaschutz. Doch dagegen sind die Bauern, die dort ihre Felder bestellen.

Mehr Sicherheit für Radfahrer

Radfahrer auf der Straße

Fahrradfahrer sollen Vorrang bekommen

Der Vorschlag für die Fahrradstraße kommt von SPD, Grünen und FDP. Fahrradstraßen, so die Fraktionen, motivieren zum Umstieg auf das Rad, weil die Radfahrer dort mindestens gleichberechtigt seien zum motorisierten Verkehr.

Außerdem sorge eine Fahrradstraße für mehr Sicherheit, weil Radfahrer auf der Straße Vorrang haben und auch in Gruppen nebeneinander fahren dürfen. Autos und Traktoren müssen sich ihrem Tempo anpassen.

Landwirte fürchten um ihre Existenz

Radfahrer müssen Traktor ausweichen

Radfahrer müssen einem Traktor ausweichen

"Das geht an die Existenz der Landwirte", kontert die Remscheider Ortsbauernschaft. Schon jetzt sei es eine Herausforderung, dass sich Landwirte die enge, einspurige Straße im Feldbachtal mit den Radfahrern teilen müsse.

„Besonders zur Ernte sind wir im Minutentakt dort unterwegs“, sagte ein Vertreter der Ortsbauernschaft. „Bisher funktioniert der Verkehr gut, weil Radfahrer und Landwirte aufeinander Rücksicht nehmen.“ Bei einer Fahrradstraße kippe dieses Gleichgewicht zugunsten der Radfahrer.

Kompromissvorschlag Ende April im Remscheider Rat

Nach mehreren Gesprächsrunden gibt es nun einen Kompromissvorschlag: Schilder sollen auf Erntearbeiten hinweisen, es soll mehr Ausweichbuchten geben, eine Info-Kampagne begleitet das Vorhaben und nach einem Jahr wird ausgewertet, ob und welche Konflikte es gibt.

Ende April befasst sich der Remscheider Rat mit dem Vorhaben, nachdem die zuständige Bezirksvertretung den Antrag von SPD, Grünen und FDP abgelehnt hatte.