Bonn: Streit um Tausendfüßler-Sanierung

Ein Teilstück der A565 zwischen Endenich und Tannenbusch

Bonn: Streit um Tausendfüßler-Sanierung

Von Gisela Hartmann

  • Verbreiterung und Sanierung des Tausendfüßlers geplant
  • Anwohner sollen Grundstücksflächen abgeben
  • Planfeststellungsverfahren beginnt im Oktober

Der Bonner Tausendfüßler an der A565 soll nicht nur saniert, sondern auch verbreitert werden. Das ist der Plan gegen den Stau im Bonner Norden. Doch für die Verbreiterung sollen mehrere Anlieger Grundstücks-Teile abgeben.

Garten an der Autobahn

Monika und Manfred Heinrich haben den Tausendfüßler direkt vor der Nase, ihr Garten grenzt an die Autobahn. Kommt der Tausendfüßler-Ausbau wie geplant, rückt ihnen die Straße noch näher. "Das geht einem auf die Nerven, vor allem die sehr lauten Motorräder, die LKW und die Rettungswagen", sagt Monika Heinrich. Durch den Ausbau würden die Heinrichs 35 Quadratmeter ihres Gartens verlieren, dazu kommt jahrelanger Baulärm.

Weitere Klagen geplant

Das Bonner Tierheim ist auch betroffen. Dort soll ein ganzer Hunde-Trakt abgerissen werden. Auch Firmen sollen Flächen abgeben. Ein Unternehmen sagt, es wurde aufgefordert, sogar Produktionshallen abzureißen. Sie denken bereits darüber nach, vor Gericht zu ziehen.

Sanierung dringend notwendig

Ein Prozess würde das gesamte Projekt enorm verzögern und damit deutlich teurer machen. Der Landesbetrieb Straßen NRW hofft dennoch, dass das Projekt bald starten kann. Denn die Sanierung ist dringend notwendig. Der Tausendfüßler ist marode und niemand weiß, wie lange er die Last noch aushält.

Im Oktober beginnt das Planfeststellungsverfahren. Dann können Anlieger Einspruch einlegen. Einigt man sich nicht, können die Anlieger vor Gericht ziehen.

Stand: 03.09.2019, 17:15