Streit beigelegt: Heino-Plakate werden in Düsseldorfer Tonhalle aufgehängt

Heino in einer auffallend roten Lederjacke bei einem seiner Auftritte.

Streit beigelegt: Heino-Plakate werden in Düsseldorfer Tonhalle aufgehängt

Ein Streit um Werbeplakate für ein Heino-Konzert in der Düsseldorfer Tonhalle ist jetzt offiziell beigelegt. Der Sänger plant dort für Oktober einen "deutschen Liederabend".

Die Diskussion war groß - die Parteien hatten sich festgefahren. Trotzdem ist der Streit um ein Werbeplakat für einen Auftritt von Schlagersänger Heino jetzt gelöst. Der Düsseldorfer Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) stellte sich jetzt auf die Seite des Musikers und sorgte so für ein Ende der Diskussionen.

"Deutscher Liederabend" sorgt für Gesprächsbedarf

Auf den Plakaten für sein Konzert in der Düsseldorfer Tonhalle am 8. Oktober will er unter anderem mit den Worten ein "deutscher Liederabend" werben. Beim Veranstalter sorgte das für Unmut.

Man störe sich an dem "tümelnden Untertitel", sagte eine Sprecherin der Tonhalle. Während Tonhallen-Intendant Michael Becker ergänzte: "Also: Deutsch ist prima. Deutsches Lied ist sogar ein wissenschaftlich verbürgter Begriff, aber ,deutscher Liederabend' ist eben nicht richtig."

Streit beendet - Entscheidung steht fest

Oberbürgermeister Keller sorgte nun für ein schnelles Ende des Streits. Er sehe in dem Plakat von Heino "keinerlei nationalistische oder ähnliche Tendenzen." Keller könne die feinsinnige Unterscheidung zwar verstehen, aber: "Ich halte sie für falsch. Wir sprechen auch von bayrischen Festen oder irischen Abenden", sagte er dem WDR. Er habe dem Sänger zugesichert, dass er seine Tournee wie geplant bewerben könne.

Somit dürfen die Plakate aufgehängt und damit auch auf der Website und in den Programmheften der Tonhalle geworben werden. Auch Becker lenkte ein: "Mittlerweile haben wir erkannt, dass sich der Energieaufwand nicht lohnt." Jetzt wird das Plakat gehängt und jeder könne sich seine eigene Meinung bilden, sagte der Intendant.

Manager Helmut Werner sagte: "Wir sind sehr froh darüber und nicht nachtragend." Die Diskussion sei sehr wichtig gewesen, um das Wort "deutsch" nicht "den Rechtspopulisten zu überlassen und in die Nähe von Hetze zu rücken." Heinos selbst sagte gegenüber dem WDR: "Ich habe diese Zeile so gewählt und bin der Meinung, dass das so richtig ist."

Heino nicht das erste Mal in der Kritik

Heino wehrt sich nicht zum ersten Mal dagegen, in eine rechte politische Ecke gedrängt zu werden. 1977 hatte er alle drei Strophen des Deutschlandliedes aufgenommen, was ihm viel Kritik einbrachte.

Er argumentierte: Die Aufnahme sei nur für den Schulunterricht bestimmt gewesen und er habe sich damals mit dem damaligen Bundespräsidenten Walter Scheel kurzgeschlossen. Erst mit dessen Zustimmung habe er auch die als nationalsozialistisch verpönte erste Strophe eingesungen.

Stand: 13.04.2021, 19:47

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