Streit um mögliches Olympiadorf in Düsseldorf

Die olympischen Ringe am Osttor des Berliner Olympiastadions

Streit um mögliches Olympiadorf in Düsseldorf

Von Markus Waerder

  • Rhein-Ruhr-Region will sich für Olympia 2032 bewerben
  • Mögliches Dorf für 18.000 Sportler in Düsseldorf-Hubbelrath
  • Kritik zum Olympiadorf kommt vom Bürgerverein

Ein olympisches Dorf im Düsseldorfer Stadtteil Hubbelrath - dieser Vorschlag von Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) sorgt aktuell für Streit. Hintergrund ist die geplante Bewerbung der Rhein-Ruhr-Region für die Austragung der Olympischen Spiele im Jahr 2032. Befürworter sind unter anderem Armin Laschet und der Rat der Stadt Düsseldorf.

Geisel schlägt Olympiadorf für 18.000 Sportler vor

Sollte die Region Rhein-Ruhr Austragungsort für Olympia 2032 werden, müssen neben den Sportstätten auch Unterbringungsmöglichkeiten für die Sportler bereitgestellt werden. Erwartet werden etwa 18.000 Athleten und Betreuer.

Dafür soll jetzt die Bergische Kaserne im Düsseldorfer Stadtteil Hubbelrath genutzt werden. Diese steht aktuell leer und hat eine gute Anbindung ins Ruhrgebiet und nach Köln. Nach Olympia könnten die Wohnungen, die neu entstehen würden, als preisgünstiger Wohnraum für Düsseldorfer genutzt werden.

Diesen Vorschlag machte Düsseldorfs Oberbürgermeister Geisel in einem Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger öffentlich. Gegenüber dem WDR hat er sich aber noch nicht geäußert, da er sich im Moment auf Dienstreise befindet.

Kritik kommt vom örtlichen Bürgerverein

Der Bürgerverein "Bergisches Viertel" äußerte sich am Freitag (08.03.2019) gegenüber dem WDR kritisch zum Projekt "Olympiadorf". Das Gelände sei viel zu klein für die erwarteten Sportler. Eine Unterbringung sei nur in Hochhäusern möglich. Die würden den ländlich gelegenen Stadtteil Hubbelrath optisch verschandeln.

Auch eine Verschlechterung der ohnehin schon bestehenden Verkehrsprobleme spricht für den Bürgerverein klar gegen das olympische Dorf.

Streit um Düsseldorfer Olympiadorf

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SPD und Bezirksbürgermeister befürworten Olympia-Dorf

Innerhalb der SPD wird die Idee schon länger besprochen. Der Bezirksbürgermeister des Stadtteils Hubbelrath, Karsten Kunert, befürwortet das olympische Dorf. Voraussetzung dafür sind für ihn aber Verkehrsprojekte, um die ohnehin schon überlasteten Straßen zu entlasten. Eine Idee aus früheren Jahren wäre eine Seilbahn-Verbindung in die Innenstadt.

Realisierung noch in weiter Ferne

Noch sind die Pläne zum olympischen Dorf allerdings nur "Gedankenspielerei". Bisher hat die Rhein-Ruhr-Region sich noch nicht für die Austragung der Olympischen Spiele 2032 beworben. Nach einer Bewerbung müssten Düsseldorf und die Region den finalen Zuschlag bekommen.

Die Entscheidung, ob das Olympiadorf überhaupt im Düsseldorfer Stadtteil Hubbelrath oder woanders entstehen soll, wird mit anderen Städten abgestimmt werden. Sollte Hubbelrath ausgewählt werden, muss aber noch die Bundesimmobilienverwaltung zustimmen, der das Gelände gehört.

Die Vergabe erfolgt voraussichtlich auch erst im Jahr 2025 - und es gibt starke Mitbewerber: Nord- und Südkorea wollen sich gemeinsam bewerben.

Stand: 08.03.2019, 15:35

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