Streit um Betriebsratswahl bei Lieferdienst "Flaschenpost"

Lieferwagen mit Firmen-Schriftzug fährt eine Kurve

Streit um Betriebsratswahl bei Lieferdienst "Flaschenpost"

Von Peter Hild

  • Gewerkschaft kritisiert Behinderung der Betriebsratswahl
  • Streit um Frist für Einladung der Mitarbeiter
  • Mehrere Führungskräfte gekündigt

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten erhebt schwere Vorwürfe gegen den Getränke-Lieferdienst "Flaschenpost" in Düsseldorf. Sie wirft dem Unternehmen vor, die geplante Wahl eines Betriebsrats zu behindern. Zeitgleich sei acht Mitarbeitern gekündigt worden, den meisten fristlos. Das Unternehmen weist einen Zusammenhang zurück.

Streit um Frist für Mitarbeiter-Einladung

Zentraler Streitpunkt zwischen beiden Seiten ist die Frage, mit welcher Frist Mitarbeiter zu einer Betriebsversammlung für die Auswahl eines Wahlvorstandes eingeladen werden müssen. Die Initiatoren hatten mit einem Vorlauf von neun Tagen zu einer Betriebsversammlung Ende Januar eingeladen und dort einen Wahlvorstand gewählt.

Ein weißer Laster

"Flaschenpost" hielt diese Frist für zu knapp, da durch das spezielle Schichtsystem der Firma viele Beschäftigte diese Einladung nicht erhalten würden. Dadurch sei die Wahl eines Wahlvorstands und eine anschließende Betriebsratswahl ungültig, weshalb das Unternehmen eine einstweilige Verfügung gegen die Wahl erwirken wollte.

Gewerkschaft erstattet Strafanzeige

Die NGG sieht das deutlich anders, das Düsseldorfer Arbeitsgericht schloss sich dieser Meinung an und lehnte die einstweilige Verfügung ab. Die Gewerkschaft wirft dem Lieferdienst "brutale Wildwest-Methoden" gegenüber den Mitarbeitern vor. Sie hat deshalb Strafanzeige gegen die Geschäftsführer von "Flaschenpost" gestellt. Am Mittwoch (19.02.2020) will die Gewerkschaft über weitere Einzelheiten informieren.

"Flaschenpost" bestreitet vehement einen Zusammenhang zwischen dem Streit um die Betriebsratswahl und der Kündigung mehrerer Mitarbeiter. "Die Entlassungen waren ausschließlich in der mehr als mangelhaften Führung des Standortes begründet", heißt es in einer Stellungnahme. Zwei Betroffenen, die dem Wahlvorstand angehörten, sei mit Blick auf ihre Sonderrechte nicht gekündigt worden.

Zum weiteren Vorgehen wollte sich das Unternehmen nicht äußern. Am Standort Düsseldorf beschäftigt "Flaschenpost" rund 500 Mitarbeiter.

Ärger bei den Lieferdiensten "Flaschenpost" und "Foodora"

WDR Studios NRW 20.08.2019 00:39 Min. Verfügbar bis 20.08.2020 WDR Online

Stand: 18.02.2020, 19:23

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