Bewegung im Düsseldorfer Uniklinik-Streik

Streikende Mitarbeiter der Uniklinik halten ein Schild mit der Aufschrift "Notstandsbesetzung = Normalbesetzung" in den Händen.

Bewegung im Düsseldorfer Uniklinik-Streik

Von Raphael Boch

  • Gewerkschaft und Arbeitgebervertreter einigen sich
  • Streiks gehen vorerst weiter
  • Demo vor dem NRW-Landtag

Bei einem Spitzentreffen in Berlin ging es am Donnerstag (12.07.2018) um den unbefristeten Streik am Düsseldorfer Uniklinikum. Die Gewerkschaft Verdi und die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) sprachen darüber, wie der Streik beendet werden kann. Zuvor hatten die Beschäftigten vor dem NRW-Landtag demonstriert.

Entlastung für Pflegepersonal

Die Tarifgemeinschaft und Verdi einigten sich auf ein Grundsatzpapier, das die Basis für die kommenden Verhandlungen zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretung bilden soll. Darin ist die Absicht vereinbart, das Pflegepersonal in Düsseldorf und Essen zu entlasten. Ein neuer Tarifvertrag wurde ausgeschlossen.

Bis konkrete Ergebnisse zwischen den Parteien erarbeitet werden, gehen die Streiks weiter, befürchtet das Uniklinikum Düsseldorf. Trotzdem begrüßt es die geschlossene Einigung und hofft, so schnell wie möglich in konkrete Gespräche treten zu können. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder rechnet schon in der kommenden Woche mit ersten Verhandlungen mit der Gewerkschaft Verdi.

Dauerstreik in Düsseldorf

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Verdi-Chef Frank Bsirske motivierte die Streikenden der Uniklinik Düsseldorf

Seit Monaten sind die Fronten zwischen der Uniklinik Düsseldorf (UKD) und der Gewerkschaft verhärtet. Verdi versucht seit der vergangenen Woche einen Haustarifvertrag für das Pflegepersonal zu erstreiken. Laut Gewerkschaft beteiligen sich daran täglich bis zu 500 UKD-Mitarbeiter.

Demo vor NRW Landtag

Um ihren Forderungen nach mehr Personal Nachdruck zu verleihen, demonstrierten im Vorlauf zu dem Gespräch laut Verdi rund 500 Streikende der Unikliniken Düsseldorf und Essen vor dem Landtag. Sie appellierten an die für die Uni-Kliniken zuständige Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen (parteilos), mehr gegen den Pflegenotstand zu tun.

Die Klinikdirektion sieht sich nicht für die Verhandlungen zuständig und lehnt sie deshalb ab. Deswegen soll die übergeordnete Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) jetzt den Knoten lösen. Sie ist für die Tarifverträge der Unikliniken zuständig.

Stand: 12.07.2018, 19:35