Warnstreik an Uni-Kliniken endet

Warnstreik an Uni-Kliniken endet

  • Zweitägiger Warnstreik geht zu Ende
  • Tausende Pflegekräfte demonstrierten
  • Verdi droht mit unbefristeten Streiks

Der Warnstreik der Beschäftigten an den Düsseldorfer Unikliniken wird noch bis in die kommende Woche Auswirkungen haben. Das schätzte ein Sprecher der Klinik im Laufe des Mittwochs (20.06.2018). In Düsseldorf müssen unter anderem zwei Drittel der ursprünglich geplanten Operationen nachgeholt werden. Rund 500 Mitarbeiter haben in Düsseldorf 48 Stunden lang nicht gearbeitet.

Operation nur in dringenden Fällen

Operiert wurde in dieser Zeit nur in dringenden Fällen, auch auf den Pflegestationen und in der Küche gab es nur eingeschränkte Dienste. Da auch der Patiententransport weitgehend lahm gelegt war, fanden viele Untersuchungen nicht statt - auch sie müssen nachgeholt werden.

Verdi droht mit unbefristetem Streik

Die Gewerkschaft Verdi droht in Düsseldorf sogar mit einem unbefristetem Streik. Sollte sich die Klinikleitung in Sachen zu wenig Personal bis zum Wochenende nicht bewegen, werde man in der kommenden Woche die Urabstimmung durchführen - begleitet von weiteren Warnstreiks.

Mehrere tausend Demonstranten

Parallel zu dem Warnstreik hatten am Mittwoch Pflegekräfte aus ganz Deutschland in Düsseldorf demonstriert. Sie forderten mehr Personal in Krankenhäusern und Altenheimen. Nach Polizeiangaben beteiligten sich rund 3.000 Demonstranten an dem Protestzug. Die Gewerkschaft Verdi meldete am Mittag 4.000 Teilnehmer.

Spahn verspricht konkrete Taten

Pflegekräfte demonstrieren in Düsseldorf

Nach Berechnungen von Verdi fehlen bundesweit rund 80.000 Pfleger in den Kliniken - allein in Nordrhein-Westfalen rund 18.000. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) räumte ein, dass die Politik in einer "massiven Vertrauenskrise" stecke. Zugleich sicherte er "konkrete Taten" zu. Anlass für die Demonstration war eine Konferenz der Gesundheitsminister der Länder in Düsseldorf, die am Mittwoch und am Donnerstag stattfindet. Themen sind eine bessere Patientenorientierung, Organspenden und die Pflegeberufsreform.

Laumann will mehr Personal und mehr Lohn

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) wertete die Demonstration der Pflegekräfte als eine "Unterstützung" der Gesundheitsminister. Er bemängelte am Mittwoch im WDR die schlechtere Bezahlung in der Altenpflege im Vergleich zu den Krankenhäusern. Zudem sollten die Personalschlüssel im Pflegebereich erhöht werden, um die Arbeitsbelastung zu reduzieren.

Karl-Josef Laumann zum Notstand im Pflegeberuf: "Wir müssen Strukturen verändern"

WDR 2 | 20.06.2018 | 03:23 Min.

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Reform der Pflegeausbildung im Praxistest

WDR 5 Morgenecho - Westblick am Morgen | 20.06.2018 | 03:47 Min.

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Stand: 21.06.2018, 07:32