Bonner Virologe Hendrik Streeck wehrt sich gegen Twitter-Kampagne

Hendrik Streeck

Bonner Virologe Hendrik Streeck wehrt sich gegen Twitter-Kampagne

Der Direktor des Instituts für Virologie der Uni Bonn, Hendrik Streeck, zeigt sich erschrocken über eine Diffamierungskampagne gegen ihn bei Twitter, die unter dem Hashtag #SterbenmitStreeck läuft.

Streeck fürchtet um den freien Diskurs unter den Forschern. Er reagierte auf Twitter: "Wenn wissenschaftliche Debatte und Forschung dazu führen, dass mit Hashtags zu meinem Ableben oder Sterben aufgerufen wird, ist das nicht nur sehr verletzend, es erschreckt mich geradezu, wie groß der Hass und die Diffamierung im Netz geworden ist."

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Hashtag soll für härteren Lockdown werben

Viele Posts unter dem Hashtag sprachen sich für einen harten Corona-Lockdown aus. Twitter-Nutzer posteten Sätze wie "Lieber leben ohne Glühwein als #SterbenmitStreeck". Außerdem warfen ihm User vor, er mache sich zum Sprachrohr von Zynikern, die sterben nicht so schlimm fänden.

Zwischenzeitlich war der Streeck-Hashtag unter den zehn Trending-Topics bei Twitter zu finden.

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Streeck sucht Maßnahmen, um Lockdown zu lockern

Streeck gilt als Virologe, der Corona nicht überdramatisieren will. So plädiert er für den massenhaften Einsatz von Schnelltests, damit es wieder Sport- und Kulturveranstaltungen geben kann. Am Mittwoch ist er in Heinsberg wegen eines Forschungsprojekts unterwegs.

Wissenschaftler haben immer wieder Empfehlungen an die politischen Entscheidungsträger ausgesprochen, zuletzt die Nationale Wissenschaftskademie Leopoldina am Dienstag.

Hendrik Streecks Antwort auf die Anfeindungen im Netz: Er empfiehlt den Hashtag  #washashtagsauslösenkönnen .

Stand: 09.12.2020, 14:22

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