Ungewöhnlicher Fund im Krefelder Stadtwald: Straußenjunges sucht Zuhause

Ein relativ junger Straußenvogel in einem Käfig im Krefelder Tierheim.

Ungewöhnlicher Fund im Krefelder Stadtwald: Straußenjunges sucht Zuhause

Von Noah Matzat

Vögel sind im Krefelder Stadtwald keine Seltenheit, dieser allerdings schon: Am Freitag haben zwei Passanten dort einen jungen Straußenvogel entdeckt - die 1,40 Meter große Hannelore.

Nach einer Nacht in der Obhut des Krefelder Jagdbeauftragten ist die zwischen vier und fünf Monate alte Henne am Samstag im Tierheim Krefeld angekommen - und hat sich dort bisher auch gut eingelebt.

Straußenvogel überraschend zutraulich

"Das Tier ist überhaupt nicht menschenscheu, im Gegenteil: Wir haben herausgefunden, dass sie Äpfel liebt. Damit lässt sie sich gut locken", sagt Mona Schellscheidt vom Tierheim Krefeld. Ziemlich schnell war auch ein Name für das 1,40 Meter große Tier gefunden: "Hannelore" setzte sich gegen "Bonita" durch.

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Zwar ist den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Strauß schon ans Herz gewachsen, die Unterkunft im Tierheim ist allerdings nur eine Übergangslösung. Mona Schellscheidt sagt: "Solche Laufvögel brauchen ein riesiges Gehege mit um die 1.000 Quadratmeter Fläche und einen Unterstand oder Stall. Das müsste bei uns erst gebaut werden." Bis jetzt muss Hannelore mit der Hundewiese des Tierheims vorliebnehmen, wo sie sich austoben kann.

Mitarbeiterin würde den Strauß aufnehmen

Zeitgleich hatte das Tierheim einen Aufruf gestartet, dass sich die Halter bei ihnen melden sollen. Mittlerweile geht Schellscheidt aber davon aus, dass sich niemand mehr meldet: "Selbst wenn man mehrere solcher Tiere hält, fällt einem auf, dass ein Jungtier fehlt." So könnte das Tier absichtlich ausgesetzt worden sein. Schon am Freitag hatte sich herausgestellt, dass das Tier nicht aus dem Zoo Krefeld stammt.

Eine Mitarbeiterin des Tierheims sei bereit, Hannelore bei sich aufzunehmen. Die Voraussetzungen mit einem großen Grundstück stimmen, jede Straußenhaltung muss allerdings genehmigt werden, der bürokratische Weg ist allerdings noch lang. Außerdem müsste ein weiterer Strauß aufgenommen werden, die Tiere sollen möglichst nicht einzeln gehalten werden. "Wir werden alles versuchen, damit Hannelore nicht auf einer Straußenfarm landet, wo sie über kurz oder lang geschlachtet werden würde", sagt Schellscheidt.

Ausgesetztes Tier gefunden? So geht es weiter

Dass Tiere ausgesetzt werden, ist keine Seltenheit. Oft werden sogar Zettel oder Rucksäcke mit Futter bei den Tieren hinterlassen. Hunde sind oft an Bäume angeleint, Kaninchen werden oft in Boxen ausgesetzt. Schellscheidt rät, sofort das Tierheim in der jeweiligen Region anzurufen und zu fragen, ob dieses die Kapazitäten für eine Aufnahme der Tiere hat.

Im Gegensatz dazu stehen Wildvogelküken. Schellscheidt sagt: "Auch wenn Küken auf dem Boden gefunden werden, werden sie oftmals noch von ihren Eltern versorgt. Sie sind dann einfach manchmal auf Erkundungtour außerhalb ihres Nests, ohne dass sie schon richtig fleigen könnten." Es sei von einem Eingreifen abzuraten, es sei denn man erkenne offensichtliche Verletzungen. Auch in solch einem Fall hilft ein Anruf beim Tierheim.

Stand: 13.09.2021, 13:18

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