Strafbefehl gegen Wuppertaler Jobcenterchef

Schild mit Aufschrift Staatsanwaltschaft Wuppertal

Strafbefehl gegen Wuppertaler Jobcenterchef

  • 40 Tagessätze für Widerstand gegen Polizisten
  • Jobcenterchef will Strafe nicht akzeptieren
  • Verfahren gegen Beamte eingestellt

Der Leiter des Wuppertaler Jobcenters, Thomas Lenz, soll wegen Widerstands gegen Polizeibeamte 6.400 Euro Geldstrafe zahlen. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft hatte sich Lenz im Juni 2018 während eines Protests gegen eine Neo-Nazidemonstration bei seiner Festnahme gewehrt.

Handy-Videos sollen Widerstand beweisen

Verschiedene Handy-Videos zeigen die Festnahme des Jobcenterchefs. Mehrere Einstellungen belegten, dass die Beamten Lenz zurecht niedergerungen hatten, sagt Oberstaatsanwalt Wolf-Tilmann Baumert. "Dort ist klar zu sehen, wie der Beschuldigte mit einer rudernden Armbewegung nach dem Polizisten schlägt, das ist ein aktiver Widerstand gegen den Polizisten selber, gegen den ihm erteilten Platzverweis und damit war der Zugriff der Polizei rechtmäßig.“

Anwalt will Einspruch einlegen

Der Anwalt des Jobcenterchefs sieht das anders. Sein Mandant habe Folge geleistet und sei trotzdem angegriffen worden. Lenz hatte die Beamten wegen Körperverletzung angezeigt. Laut ärztlichem Gutachten erlitt er bei dem Einsatz eine Nierenprellung. Sein Anwalt will jetzt gerichtlich gegen die Geldstrafe vorgehen.

Die Staatsanwaltschaft hat das Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung gegen die Polizisten eingestellt. Ihr Vorgehen sei verhältnismäßig gewesen.

Stand: 17.04.2020, 15:29