Stolberger Unternehmen planen Energiewende

Strommasten im Sonnenuntergang

Stolberger Unternehmen planen Energiewende

Das Ende der Braunkohle-Verstromung und jetzt auch noch die Folgen der Flut – die Stolberger Industriebetriebe wollen diese Einschnitte für neue Formen der Energieversorgung nutzen.

Am Mittwoch haben sie die Wende eingeläutet mit dem Ziel, neue Energiekonzepte für eine nachhaltige Produktion zu entwickeln. "Grüne Talachse" heißt das Projekt.

Bei der Auftaktveranstaltung im Zinkhütter Hof hörten die Vertreter der 15 größten Stolberger Unternehmen Vorträge zur Nutzung von Wasserstoff, Geothermie und Solarstrom. Partner sind dabei zwei Institute der Fachhochschule Aachen: das Solar-Institut Jülich (SIJ) und NOWUM-Energy, das Konzepte im Bereich Energiemanagement, Speicher und nachhaltige Versorgungsysteme entwickelt.

Perspektive für Unternehmen

Die Wirtschaftsförderung der Stadt Stolberg, die Industrie- und Handelskammer Aachen und die Energieagentur NRW diskutierten mit den Stolberger Unternehmen die Herausforderungen, die sich aus dem Ende der Braunkohle-Verstromung und der Zerstörung der Infrastruktur durch das verheerende Hochwasser Mitte Juli ergeben. Es sei wichtig, den Unternehmen eine Perspektive zu geben, weiter am Standort Stolberg produzieren zu können, hieß es bei der Veranstaltung.

Flut bietet Chance für Energiewende

Nordrhein-Westfalen, Stolberg: Ein Helfer wirft Schutt aus einem überfluteten Haus auf einen Müllberg. Die Aufräumarbeiten haben begonnen.

Die Flutkatastrophe müsse als Chance gesehen werden, den Strukturwandel und damit auch die Energiewende jetzt zu planen. Dazu gehört auch, beim Wiederaufbau der Infrastruktur bereits in die Zukunft zu denken und zum Beispiel Versorgungsleitungen für alternative Energieträger mit zu planen.

Umstellung ohne Gefährdung der Produktion

Gerade die Unternehmen aus der Schwerindustrie brauchen viel Energie für ihre Produktionsprozesse, etwa für die Bleiherstellung oder Kupferlegierungen. Die Umstellung auf grüne Energiequellen ohne eine Gefährdung der Produktion soll in einem kontinuierlichen Entwicklungsprozess mit den Fachhochschulinstituten erfolgen. Außerdem kümmern sich die Stadt und die IHK um Fördermöglichkeiten aus Bundes- und Landesprogrammen. 

Stand: 01.09.2021, 20:50