Denkmal für Kabarettisten in der Gemeinde Selfkant

Denkmal für Kabarettisten in der Gemeinde Selfkant

Stand: 25.03.2022, 12:02 Uhr

Der verstorbene Autor und Kabarettist Christian Macharski wird heute im Kreis Heinsberg mit einem Denkmal geehrt. In Saeffelen wird eine lebensgroße Statue enthüllt.

Von Marc Eschweiler

Christian Macharski war ein Tausendsassa. Er sprudelte nur so vor Ideen und zauberte unzähligen Menschen ein Lächeln ins Gesicht; sei es auf der Bühne als charismatischer und großmäuliger Landwirt Hastenraths Will, als Autor in seiner Dorfkrimi-Reihe oder als Kolumnist in der Tageszeitung.

Denkmal für Kabarettisten in der Gemeinde Selfkant

Hinter den Kulissen arbeitete Macharski auch als Gagschreiber beispielsweise für die Harald-Schmidt-Show. Weil in seinem Bühnenprogramm der Ort Saeffelen im Kreis Heinsberg immer die zentrale Rolle spielte, ist ihm jetzt dort zu Ehren eine lebensgroße Bronze-Statue aufgestellt worden.

Private Initiative und Unterstützung aus der Politik

Die Idee, Christian Macharski ein Denkmal zu setzen, hatten Freunde und ehemalige Wegbegleiter. "Mit der Idee hat man offene Türen eingerannt", sagt Marc Breuer. Die beiden waren Freunde aus der Schulzeit und hatten rund 20 Jahre als Rurtal Trio gemeinsam auf der Bühne gestanden. Die notwendigen Spendergelder zu bekommen, war daher kein großes Problem. Auch die Politik sagte spontan ihre Unterstützung zu. "Christian Macharski war ja auch ein Botschafter unserer Region, insbesondere des Selfkants. Es ist für mich eine Ehre und ich habe da nicht lange überlegen müssen", sagt Bürgermeister Wolfgang Reyans. Und Ortsvorsteher Werner Joerißen fügt hinzu: "So ein Komödiant fehlt natürlich. Er sprach unsere Sprache und war bodenständig. Er ist nicht zu ersetzen."

 Statue steht am Saeffelbach

Denkmal für Kabarettisten in der Gemeinde Selfkant

Auch der Standort für die Bronze-Statue war schnell gefunden. Sie steht am Ortsausgang von Saeffelen in Richtung Hastenrath. Direkt am Saeffelbach, den das Rurtal-Trio früher im Bühnenprogramm als eine Art Rhein des Selfkants verkauft hat. Außerdem hat Christian Macharski an dieser Stelle seine immer ausverkauften Bustouren – die Selfkant-Safaris – gestartet. Dort liegt das Diecker Café, ein beliebter Radfahrertreff im Frühjahr und Sommer. "Die Bronze-Statue ist ganz toll. Christian als Hastenraths Will ist darauf in seiner Haltung perfekt getroffen", sagt Claudia Jansen, Macharskis Partnerin in den letzten zehn Jahren. In dieser Zeit war sie bei nahezu jedem Auftritt von "Hastenraths Will" dabei. "Er war vor jedem Auftritt nervös. Und wir hatten immer ein Ritual. Wir haben uns gegenseitig dreimal über die Schulter gespuckt. Ohne dieses Toi, Toi, Toi konnte es nie losgehen", blickt Jansen zurück.

 Viel zu früh gestorben

Privat lebte Christian Macharski dagegen eher zurückgezogen. Der gebürtige Wegberger genoss die Ruhe zu Hause und liebte Städtetouren mit seiner Partnerin. "Christian war mit dem Kreis Heinsberg sehr verbunden. Er liebte auch das Umland und wäre hier niemals weggezogen", sagt Jansen. "Christian hat sich selbst immer in den Hintergrund gestellt", fügt sie hinzu. "Ihm war es immer ein Bedürfnis, anderen Menschen zu helfen. Er wollte immer, dass es allen gut geht."

Am 08.12.2020 starb Christian Macharski plötzlich und unerwartet an einem Herzinfarkt. Wer ihn kannte, weiß, dass ihm selbst ein solches Denkmal nicht so wichtig gewesen wäre. Für alle anderen ist es eine schöne Erinnerung an den Künstler – und den Menschen Christian Macharski. ​