Klimacamp bei Erkelenz startet

Mehrere aufgebaute Zelte auf einem Feld in der Nähe von Erkelenz

Klimacamp bei Erkelenz startet

  • Bis zu 2000 Braunkohlegegner erwartet
  • Polizei rechnet mit ruhigem Verlauf
  • Aufruf zu Protestaktionen

Am Donnerstag (15.08.2019) startet in der Nähe von Erkelenz-Kückhoven das zehnte Klimacamp von Braunkohlegegnern im Rheinischen Revier. Das Camp liegt Luftlinie rund acht Kilometer vom Braunkohletagebau Garzweiler II entfernt. Bis zu 2.000 Teilnehmern aus ganz Deutschland und Europa werden in den nächsten 13 Tagen erwartet.

Kohlegegner feiern kleines Jubiläum

Das diesjährige Camp steht ganz im Zeichen eines kleinen Jubiläums: Seit zehn Jahren findet im Rheinischen Revier das Klimacamp statt. "Wir spüren schon, dass die Klimabewegung in den letzten Jahren Fahrt aufgenommen hat, insbesondere mit der Unterstützung der jungen Bewegung Fridays for Future", erzählt Volka Meier, einer der Organisatoren.

Party und Workshops geplant

Zwei aufgebaute Zelte vor denen ein Klapptisch mit Nahrungsmitteln und weiterer Verpflegung steht

Die "Küche" steht schon mal

Das Jubiläum wird auch gefeiert. Für die kommende Woche ist eine Party geplant, zu der zahlreiche langjährige Klimaaktivisten erwartet werden. Ansonsten sollen wieder zahlreiche Workshops stattfinden. Die Themen sind vielfältig. Natürlich wird nach Lösungen für den Klimawandel gesucht, ein weiteres Thema ist die soziale Gerechtigkeit. "Der Austausch ist sehr wichtig. Und wir wollen auch die Menschen vor Ort mitnehmen", sagt Meier. 

Polizei hofft auf einen ruhigen Verlauf

Im Gegensatz zu früheren Jahren geht die Polizei derzeit davon aus, dass das Camp der Braunkohlegegner ruhig verlaufen wird. Ein Grund für die Einschätzung ist, dass das Aktionsbündnis "Ende Gelände" dieses Jahr nicht teilnehmen wird. "Wir werden das Camp natürlich beobachten und auch Präsenz zeigen", so eine Sprecherin der Aachener Polizei. Man sei vorbereitet, sollte es größere Proteste geben oder sollten Straftaten begangen werden. 

Aufruf zu Blockade

Das Aktionsbündnis "Kohle ersetzen" hat für das Wochenende vom 23. bis 25. August zu Blockaden aufgerufen. Daran sollen nach eigenen Angaben des Bündnisses hunderte Menschen teilnehmen . "Wir wollen mit zivilem Ungehorsam für den Kohleausstieg kämpfen und die Braunkohleinfrastruktur blockieren", heißt es in der Pressemitteilung des Bündnisses. Mehrere Sitzblockaden sind geplant. "Wir sehen es als unsere Pflicht an, uns der Zerstörung der Lebensgrundlagen mit unseren Körpern zu widersetzen", erklärt Bündnis-Sprecherin Clara Tempel. Ziel sei ein deutlich schnellerer Ausstieg aus der Kohle als 2038 – das ist der Vorschlag der Berliner Kohlekommission.

Stand: 15.08.2019, 10:26