Starkregen im Rhein Sieg-Kreis, Kreis Euskirchen, Ahrweiler und Bonn

Starkregen in Rheinbach.

Starkregen im Rhein Sieg-Kreis, Kreis Euskirchen, Ahrweiler und Bonn

Hier finden Sie Informationen zur Situation nach dem Starkregen im Kreis Euskirchen, dem Rhein-Sieg-Kreis, dem Kreis Ahrweiler und Bonn.

Starkregen in der Region

Den Rhein-Sieg-Kreis, den Kreis Euskirchen und den Kreis Ahrweiler hat es besonders hart getroffen. Die Regenkatastrophe in Bildern.

Straße in Rheinbach eingestürzt

Eingestürzte Straße in Rheinbach: Stadtpark Ecke Neugartenstraße.

Eingestürzte Straße in Rheinbach: Stadtpark Ecke Neugartenstraße.

Eingestürztes Haus im Ahrtal.

Überschwemmte Straßen in Heimerzheim.

Swisttal: Die A61 zwischen Düstekoven und Ollheim.

Notfallbetreuung in Swisttal-Heimerzheim.

Euskirchen: Evakuierte stehen vor einer Turnhalle Schlange.

Sandsäcke am Agger-Ufer in Lohmar.

Starkregen im Kreis Euskirchen - Entwarnung an der Steinbachtalsperre

Im Kreis Euskirchen sind Stand Montagnachmittag 26 Todesfälle gemeldet. Manche der Toten konnten noch nicht geborgen werden. Es werden 39 Menschen vermisst - so die Polizei.

An der Steinbachtalsperre drohte bis Montagmorgen Überflutungsgefahr. Große Teile des Dammes sind durch Überströmung weggebrochen. Parallel lastet durch den hohen Wasserstand ein enorm hoher Druck auf dem Damm.

Inzwischen konnte der Grundablass am Wochenende freigelegt werden, Pumpen unterstützen von oben. Eine Entwarnung kann nach Experteneinschätzung allerdings erst bei einer zweidrittel Entleerung gegeben werden. Wann alle Bewohner der betroffenen Ortschaften zurück in ihre Häuser können, ist noch unklar.

Steinbachtalsperre Überflutung

Auch am Freitag (16.07.) wird noch Wasser aus der Steinbachtalsperre vom THW abgepumpt.

Am Donnerstag und Freitag mussten THW und Feuerwehr das Wasser mit Spezialpumpen absaugen. Der Ablauf war vom Schlamm verstopft. Deshalb haben die Einsatzkräfte Taucher angefordert. Sie sollten eine erneute kontrollierte Öffnung der Talsperre übernehmen. 

Entwarnung an der Steinbachtalsperre

Die Steinbachtalsperre ist mittlerweile gesichert. Die Anwohner der zuvor geräumten Ortsteile Rheinbach-Oberdrees und Niederdrees können wieder in ihre Wohnungen zurückkehren.

Im Bereich Weilerswist waren wegen des drohenden Dammbruchs 4.500 Menschen aus Schweinheim, Flamersheim und Palmersheim aus ihren Häusern geholt worden.

Personen, die selbst mobil sind, sollen bei Bekannten oder Verwandten unterkommen. Alle anderen haben Platz in der Kaplan Kellermann Realschule, Stettinerstraße, ehemalige Georgschule oder im Feuerwehrgerätehaus Dom-Esch. Dort ist eine Notunterkunft auch über Nacht möglich. Es gibt auch einen Busshuttle an folgenden Plätzen: Palmersheim: Dorfmitte - Schweinheim und Flamersheim: Edeka Parkplatz.

Es gibt ein offizielles Spendenkonto für von Hochwasser betroffene Bürger im Kreis Euskirchen:

IBAN: DE20 3825 0110 0001 0000 17SWIFT-BIC: WELADE D1 EUSStichwort:

"Spende Hochwasser"

Trinkwasser abkochen im Kreis Euskirchen

Der Kreis Euskirchen ruft Anwohner dazu auf, den Wasserverbrauch auf das Nötigste zu reduzieren und ihr Trinkwasser abzukochen. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass durch Rohrbrüche und Starkregen Keime ins Trinkwassernetz gekommen sind. Dies gelte insbesondere für die Orte Kall, Gemünd, Oberhausen und Marmagen.

Der Notruf der Feuerwehr ist wieder erreichbar. Die 112 funktioniert wieder. Der Kreis hat eine Hotline eingerichtet: 02251-15910. Hier kann auch Hilfe angeboten werden.

Die Einsatzkräfte werden zum Teil von Schaulustigen behindert. Der Kreis bittet ausdrücklich, dass die Anwohner nur die allernötigsten Wege auf sich nehmen.

Die Polizei sucht nach 70 Vermissten aus dem Raum Euskirchen.

Der Starkregen im Rhein-Sieg-Kreis

Bislang wurden für den Rhein-Sieg-Kreis am Montagnachmittag neun Tote gemeldet. Die Polizei sucht nach 88 Vermissten aus dem Raum Bonn/Rhein-Sieg-Kreis. Gut 1500 Einsatzkräfte waren und sind im Einsatz, an mehr als 2800 Einsatzstellen. 

In Meckenheim und Rheinbach trat die Swist über die Ufer und überflutete den Ortsteil Altendorf. In der Innenstadt von Rheinbach drohten überschwemmte Gebäude einzustürzten, Menschen waren in Häusern und Autos eingeschlossen.

Der Rhein-Sieg-Kreis weist ausdrücklich darauf hin: Der Staudamm der Steinbachtalsperre ist aktuell NICHT gebrochen und droht auch nicht zu brechen. Die Behörde, der Betreiber und die Kreisverwaltung Euskirchen beobachten die Situation genau und stehen mit dem Rhein-Sieg-Kreis in engem Kontakt.

In Rheinbach und Swisttal wurden die Menschen aus den überschwemmten Ortschaften gebracht. In Rheinbach sind das vor allem die Ortsteile Niederdrees und Oberdrees, in Swisttal die Ortsteile Odendorf, Ludendorf, Essig. Miel und Teile von Heimerzheim. Für alle Bewohner gilt weiterhin: Gehen Sie auf keinen Fall in Ihre Häuser und Wohnungen zurück! Landrat Sebastian Schuster rechnet im Gespräch mit dem WDR damit, dass die Menschen mindestens drei bis vier Tage nicht in ihre Wohnungen zurückkehren können. Unabhängig davon, ob der Damm bricht, oder nicht.

Der Rhein-Sieg-Kreis sucht weiterhin Unterkünfte, die größere Gruppen unterbringen können (z.B. Hotels, Jugendherbergen).

Der Starkregen in Swisttal

In Swisttal ist die Lage weiterhin unklar. Die Kommunikation zu den Rettungskräften vor Ort ist schwierig. Offenbar sind zahlreiche Gebäude einsturzgefährdet. Außerdem ist eine unklare Anzahl an Personen eingeschlossen. Aus Ludendorf, Odendorf, Miel, Essig und Teilen von Heimerzheim wurden etwa 2.000 Menschen in verschiedene Betreuungsstationen gebracht.

Jetzt läuft die Verlegung der Menschen aus den Betreuungsstationen in geeignete Einrichtungen, in denen sie sich so lange aufhalten können, bis sie wieder in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren können. Geplant ist das für bis zu 96 Stunden.

Anlaufpunkt für Betroffene in Swisttal ist die Georg-von-Boeselager-Sekundarschule in Swisttal-Heimerzheim (Höhenring). Anlaufpunkt für Rheinbach ist die Glasfachschule Rheinbach (Zu den Fichten).

In Hennef hat die Sportschule mehrere Personen aufgenommen, in Troisdorf ein Hotel.

In Swisttal-Odendorf haben die Rettungskräfte zwei Seniorenheime evakuiert. Mehr als 80 Bewohnerinnen und Bewohner wurden in andere Pflege- und Altenheime, in vereinzelten Fällen auch in Krankenhäuser, gebracht.

Der Stromausfall im Bereich Swisttal und Rheinbach wird wohl noch länger dauern. Der Energieversorger WestNetz ist dabei, die Umspannanlagen auszupumpen. Allerdings läuft das Wasser bisher immer nach.

Im Rhein-Sieg Kreis errichten Bonner Feuerwehrleute aktuell eine Netzersatzanlage am Feuerwehrgerätehaus in Rheinbach, da hier die Stromversorgung zusammengebrochen ist.

Müllentsorgunganlage in Swisstal-Miel

Hochwasser auch bei der Entsorgungsanlage in Swisttal-Miel.

Die Müllentsorgung ist momentan problematisch. Die RSAG-Entsorgungsanlage in Swisttal-Miel bleibt noch mindestens eine Woche geschlossen und es wird teilweise Einschränkungen bei der Müllabfuhr geben, da die RSAG-Entsorgungsanlage in Swisttal-Miel durch die unmittelbare Nähe zur Swist erheblich getroffen. Die Aufräum- und Instandsetzungsarbeiten werden wohl noch Wochen dauern.

In der Innenstadt von Rheinbach wurde eine Autobrücke kontrolliert abgerissen, weil die Wassermassen drohten, die Brücke zum Einsturz zu bringen.

Land unter ist auch an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg in Rheinbach. In den Kellern und auf dem Campus steht das Wasser. Wegen der laufenden Prüfungsphase gelten auch für aktuelle unwetterbedingte Probleme die Coronaregeln, damit Studierenden keine Nachteile entstehen. Wann der Standort Rheinbach wieder in Betrieb genommen werden kann, ist derzeit nicht absehbar.

Dirk Engstenberg von der Feuerwehr im Rhein-Sieg Kreis beschreibt die Lage: „So eine Situation hatten wir im Rhein-Sieg-Kreis noch nie. Ein unvorstellbares Ereignis. Das haben Generationen von Feuerwehr-Einsatzkräften so im Rhein-Sieg-Kreis noch nicht erlebt!“

Straße in Rheinbach eingestürzt

Eingestürzte Straße in Rheinbach: Stadtpark Ecke Neugartenstraße.

Da alle 19 Kommunen vom Unwetter betroffen sind, waren alle Einsatzkräfte im Einsatz und konnten sich nicht wie sonst gegenseitig unterstützen. Hilfe gibt es dafür aus unter anderem aus Steinfurt, Borken und Duisburg. Auch die Bundes- und Landespolizei sowie ein Bundeshubschrauber unterstützen aus der Luft.

Für Vermissten-Meldungen und Hinweise hat der Rhein-Sieg-Kreis unter 02241/13-6252 ein Bürgertelefon eingerichtet.

Spenden für Starkregen-Opfer

In Königswinter werden aus dem städtischen Haushalt den Starkregen-Opfern 25.000 Euro zur Verfügung gestellt. Weitere 25.000 Euro bringt der Rhein-Sieg-Kreis nach einem Beschluss des Kreistages auf. Damit stehen bisher rund 76.000 Euro zur Auszahlung aus dem Nothilfefonds zur Verfügung.

Die Stadt Königswinter ruft alle Bürgerinnen und Bürger dazu auf, den vom Unwetter Betroffenen kurzfristig für eine Übergangszeit kostenlosen Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Das kann ein Zimmer in einer WG, ein ungenutztes Gästezimmer, eine Etagen- oder Kellerwohnung, oder ein derzeit leerstehendes Ferienhaus sein.

Die Situation in Lohmar hat sich im Vergleich zu Swisttal und Rheinbach deutlich entspannt. Die Gefahr eines Dammbruchs an der Agger in Donrath besteht derzeit nicht mehr. Bis zu 50 Menschen hatten das Angebot genutzt, den Anlaufpunkt in der Jabachhalle zu ihrer eigenen Sicherheit aufzusuchen.

Die Wassermassen haben in Bornheim große Schäden angerichtet und eine Menge Geröll und Matsch hinterlassen. Die Stadt hat jetzt eine Unwetter-Hotline eingerichtet: 02222 945 444 Außerdem gibt es ein Spendenkonto, um die, die von diesem ungewöhnlich heftigen Starkregenereignis betroffen sind, finanziell unterstützen zu können.

In der Gemeinde Alfter hat sich die Unwetterlage beruhigt. Insgesamt 191 Einsätze haben die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Alfter in den letzten beiden Tagen abgearbeitet.

Der Feuerwehr Alfter sind keine Meldungen über verletzte oder vermisste Personen in der Gemeinde Alfter bekannt.

Hilfsangebote in Bad Honnef

Die Stadt Bad Honnef unterstützt die Hilfsangebote für Menschen, die durch das anhaltende Hochwasser in der Region ihr Hab und Gut und zum Teil auch ihr Dach über dem Kopf verloren haben. „Die Stadt hält für Notfälle sowie für die kurzfristige Unterbringung von Geflüchteten und Menschen ohne festen Wohnsitz entsprechende Schlafstellen vor. Die Auswahl reicht vom Ein-Bett-Zimmer bis zur Wohnung, in der auch größere Familien untergebracht werden können. Die Unterkünfte sind möbliert und sofort bezugsbereit.“

Auch der Rhein-Sieg-Kreis hat für die Opfer des Starkregens zwei Spendenkonten eingerichtet. Außerdemkönnen per Telefon Hilfsangebote gemeldet werden. Die Spendenkonten „Flut 2021“ Kreissparkasse Köln IBAN DE54 3705 0299 0001 0694 48

VR-Bank Rhein-Sieg eG IBAN DE78 3706 9520 1109 6900 11 Bitte geben Sie als Verwendungszweck „Flut 2021“ an.

Sperrung der A61

Autobahn 61 nach Starkregen unterspült.

Umgekippte Stützwand der Autobahn 61.

Aufgrund starker Regenfälle war die A61 auf Höhe des Autobahndreiecks Bad Neuenahr-Ahrweiler voll gesperrt. Der Regen hatte laut Polizei dazu geführt, dass die Fahrbahn unterspült wurde und der Untergrund aufgeweicht ist. Dadurch sei eine Stützwand in der Nähe des Kreuz Meckenheim umgekippt. Verletzt wurde niemand.

Der Starkregen im Kreis Ahrweiler - 117 Tote

Im Kreis Ahrweiler sind nach aktuellem Stand am Montagvormittag mindestens 117 Menschen in Zusammenhang mit dem Unwetter gestorben. Die Polizei Koblenz geht von 170 Vermissten aus.

Interview Bürgermeisterin von Altenahr Lokalzeit2go - Bonn 16.07.2021 05:21 Min. Verfügbar bis 16.07.2022 WDR Bonn

In Sinzig ist eine Behinderteneinrichtung von den Fluten eingeschlossen worden. Zwölf Bewohner starben. Die Betreuer hatten noch versucht, sie in Sicherheit zu bringen. Die Bewohner der oberen Stockwerke konnten gerettet und sicher untergebracht werden.

Mitglieder des Krisenstabs Ahrweiler sitzen zusammen

Der Krisenstab vom Kreis Ahrweiler sitzt zusammen.

Im Kreis wurde der Katastrophenfall ausgerufen. Etwa 50 Menschen harrten laut Polizei auf Hausdächern aus, die Rettungseinsätze liefen auf Hochtouren. Allerdings waren demnach mehrere Orte wegen des Hochwassers von der Außenwelt abgeschnitten.

Die Wasserversorung Eifel-Ahr meldet, dass es weiter zu erheblichen Einschränkungen in der Wasserversorung für die Verbandsgemeinden Adenau und Altenahr kommt. Die SWB Regional bemüht sich aktuell darum, schnellstmöglich Wasserwagen in die Orte zu schicken, die aktuell wenig oder gar nicht mit Wasser versorgt werden. Das Unternehmen bittet außerdem die Bürger in den Orten, die mit Wasser versorgt sind, dieses sparsam zu verwenden und vorher abzukochen, sofern es zum Trinken, Kochen oder zur Zubereitung von Speisen oder Getränken genutzt wird. Eine Beeinträchtigung für Wasch- und Reinigungszwecke besteht nicht.

Im Ortsteil Altenburg der Gemeinde Altenahr hat die Bonner Feuerwehr einen eigenen Einsatzabschnitt übernommen. Die Einsatzkräfte retten immernoch Menschen aus Gebäuden. Außerdem werden Menschen, die mit dem Hubschrauber aus anderen Bereichen des Ahrtals gerettet wurden, erstversorgt.

Insgesamt mussten bislang 2.500 bis 3.000 Menschen im Kreis Ahrweiler ihre Häuser verlassen, dazu kommen die Bewohner von vier Altenheimen. Der Kreis weist noch einmal auf das Vermisstentelefon hin, das eingerichtet wurde. Dieses ist unter der Nummer 0800-6565651 zu erreichen.

Hubschrauber-Einsatz über Swisttal-Heimerzheim 02:37 Min. Verfügbar bis 16.07.2022 Von Philipp Blanke

Der Starkregen in Bonn

In Bonn, das von dem Hochwasser nur wenig betroffen war, ist ein Stellwerk vollgelaufen. Sechs Schranken zwischen Bonn und Bad Godesberg können deshalb nicht geschlossen werden. Verkehrsexperte Rolf Beu von den Grünen erklärte, dass deshalb zurzeit auf der linksrheinischen Strecke zwischen Köln und Koblenz kein Zugverkehr möglich ist. Bis das Stellwerk repariert oder ein neues gebaut ist, können Monate vergehen. Bis dahin wäre es eine Option, die Schranken dauerhaft zu schließen, erklärt Beu. Der Verkehr in Bonn müsste dann über Unterführungen und Brücken laufen.

In Bonn ist der Rheinpegel am Donnerstagmorgen rasant angestiegen. Der Bonner Pegel liegt am Freitag bei 7,50 Meter. Bei einem Pegel von sieben Metern überschwemmte der Rhein am Donnerstagabend die Uferpromenaden in Beuel und der Bonner Innenstadt. Das Rathenau- und Brassertufer sind gesperrt. Der Aufruf der Stadt, Fahrzeuge aus den Uferbereichen wegzufahren, erreichte glücklicherweise die meisten AutobesitzerInnen: Lediglich ein Fahrzeug musste der Stadtordnungsdienst abschleppen.

Die Pegel am Oberrhein stiegen am Freitagabend noch und sorgen daher für eine anhaltend angespannte Hochwasserlage. Der Bonner Pegel ist am Samstagmorgen langsam wieder gefallen, bleibt aber weiter auf hohem Niveau.

In der Nacht zu Donnerstag waren mehrere Keller vollgelaufen. Bis Donnerstagmittag kam es zu rund 250 Einsätzen. Mehr als 300 Einsatzkräfte waren im Dauereinsatz. Die Freiwillige Feuerwehr und das THW unterstützen die Berufsfeuerwehr. Gemeldet wurden umgestürzte Bäume, überschwemmte Straßen, vollgelaufene Tiefgaragen und übergelaufene Gullys. Nicht mehr passierbare Bereiche mussten gesperrt und Fahrzeuge aus überfluteten Tieflagen abgeschleppt werden.

Die Kanalisation konnte in vielen Bereichen das Wasser nicht mehr aufnehmen. Am Godesberger Bach, auf Höhe der Brunnenstraße, wurde zum Schutz der Innenstadt ein mobiles Hochwasserschutzsystem errichtet.

Am Hardtbach in Lessenich hatte sich an der Brücke über die Bahnhofstraße Treibgut angesammelt. Zahlreiche an der Brücke gelegene Häuser waren durch das gestaute Wasser geflutet worden.

Die Unterführung "Am Propsthof" ist mittlerweile wieder zugänglich. Nachdem das gestaute Wasser am Donnerstag abgepumpt wurde, war am Freitag erneut Wasser aus dem Kanal ausgetreten. Das THW ist war daraufhin mit einer Pumpe vor Ort, das Wasser konnt so vollständig abgepumpt werden.

Die Aufräumarbeiten an den Bächen laufen. Einige Rückhaltegitter können noch nicht gefahrlos von Treibgut befreit werden, weil der Wasserstand noch zu hoch ist.  Am Godesberger Bach und am Rheindorfer Bach wurde jeweils eine Alarmpegelmessstelle durch die Fluten zerstört. Sie werden schnellstmöglich repariert.

Hilfe aus Bonn für Opfer des Starkregens

Auf den Aufruf der Bonner Oberbürgermeisterin Katja Dörner, den besonders vom Starkregen betroffenen Menschen im Kreis Ahrweiler zu helfen und ihnen ein vorübergehendes Dach anzubieten, haben seit Donnerstagabend, mehr als 1000 Bürgerinnen und Bürger reagiert. Ab sofort steht die Vermittlung der Hilfesuchenden im Mittelpunkt.

Die Stadtwerke Bonn helfen mit bei der Unterbringung von Menschen ohne Obdach aus Ahrweiler in Bonn. Es stehen Busse von SWB Bus und Bahn auf Abruf, um die Betroffenen aus dem Katastrophengebiet nach Bonn zu holen. In Swisttal waren SWB-Busse für die Evakuierung von Altenheimen im Einsatz.

In Bonn würden die Kirchen dabei helfen, Flutopfer kurzfristig unterzubringen, kündigte Stadtdechant Wolfgang Picken auf dem Internetportal katholisch.de an. Viele Menschen bräuchten "nicht nur finanzielle und ökonomische, sondern zuerst menschliche Unterstützung".

Und auch das Diakonische Werk Bonn und Region sammelt ab sofort Spenden für die Betroffenen der Überschwemmungskatastrophe und bietet darüber hinaus seine Hilfe an. In Swisttal und Rheinbach ist die Diakonie mit verschiedenen Angeboten aktiv und MitarbeiterInnen sind mit ihren Büros vor Ort.

Unwetterschäden in Bad Münstereifel-Iversheim Lokalzeit2go - Bonn 16.07.2021 02:32 Min. Verfügbar bis 16.07.2022 WDR Bonn

Stand: 19.07.2021, 16:13