Ohne Trauerkleidung: Gedenkfeier für getöteten Mitarbeiter der Stadt Köln

Fotos und Fahnen stehen vor einem dunklen Hintergrund, ein Trauerkranz steht davor

Ohne Trauerkleidung: Gedenkfeier für getöteten Mitarbeiter der Stadt Köln

Von Jochen Hilgers

  • Verstorbener war in Karnevalsgesellschaften aktiv
  • Freunde bitten, auf Trauerkleidung zu verzichten
  • Gedenkfeier findet im Bürgerzentrum in Nippes statt

Am Montagmittag (13.01.2020) ist auf einer Gedenkfeier im Bürgerzentrum im Kölner Stadtteil Nippes des getöteten Vollstreckungsbeamten der Stadt Köln gedacht worden. Die Freunde des 47-Jährigen haben ausdrücklich darum gebeten, auf Trauerkleidung zu verzichten. Das Leben des Kölners sei bunt und vielfältig gewesen. Zur Feier kamen zahlreiche Karnevalisten in ihren Uniformen, der Verstorbene war in vielen Kölner Karnevalsgesellschaften aktiv. Der Andrang war so groß, dass viele Trauernde keinen Platz mehr im Bürgerzentrum gefunden haben. Unser Reporter spricht von bis zu 25 Standartenträgern von Kölner Karnevalsgesellschaften, die an der Gedenkfeier teilgenommen haben. Die Urnenbeisetzung fand im Anschluss statt.

Oberbürgermeisterin Reker kam zur Gedenkfeier

Die sichtlich bewegte Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker sagte bei der Gedenkfeier, die Gefühle Liebe, Trauer und Wut seien enger miteinander verbunden, als wir auf den ersten Blick ahnen würden. Es sei in ihrer Verantwortung, dass jeder Mitarbeiter wisse, dass er in Sicherheit sei.

Tod des Stadtmitarbeiters sorgte bundesweit für Aufsehen

Viele Menschen sitzen vor der großen Bühne, auf der eine Trauerfeier stattfindet

Großer Andrang bei der Gedenkfeier

Der Tod des 47-jährigen Vollstreckungsbeamten hatte im Dezember bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Laut Polizei hatte ihn ein psychisch kranker 60-Jähriger ohne Vorwarnung angegriffen und erstochen, als er eine Geldforderung der Stadt Köln eintreiben sollte. Offenbar war das spätere Opfer mit einer Kollegin zu dem 60-Jährigen aufgebrochen, ohne von dessen Gefährlichkeit zu wissen.

Fall wurde in keinem Meldesystem erfasst

Trauerkerzen stehen vor einer Hauswand in Köln

Kerzen stehen am Tatort

Der mutmaßliche Täter hatte bereits ein halbes Jahr zuvor einen Amtsarzt und eine städtische Beamtin angegriffen und die Beamtin verletzt. Der Fall gelangte aber nicht ins Meldesystem der Vollstreckungsbehörde. Mittlerweile plant die Stadt Köln ein Meldesystem, das Übergriffe auf Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen erfasst.

Stand: 13.01.2020, 12:02