Sirene für Katastrophenschutz

Besserer Katastrophenschutz in der Städteregion Aachen

Stand: 07.09.2022, 17:57 Uhr

Die Städteregion Aachen will die Bevölkerung im Katastrophenfall bestmöglich warnen und informieren. Am Mittwoch wurden erste Ergebnisse einer wissenschaftlichen Studie vorgestellt.

Die wissenschaftliche Begleitstudie, die ein passgenaues Konzept für einen besseren Katastrophenschutz liefern soll, geht von einem vorgegebenen Szenario aus: einem dreitägigen Stromausfall. Das halten die meisten der mehr als 1.800 der Befragten in der Städteregion für bedrohlich.

Sirenenton für Katastrophenalarm

Der Großteil der Befragten weiß, was das bedeutet: ein einminütiger Heulton, der auf- und abschwillt. Katastrophenalarm. Die Sirene ist eine Art Weckruf für die Bevölkerung. Was passiert ist, weiß man noch nicht. Ist das Handy aufgeladen, kann man sich über die Lage informieren. Radio und Fernsehen funktionieren beim Stromausfall dagegen nicht. Ein Kurbel- oder Batterieradio haben laut Umfrage nur wenige.

Selbst Vorsorge treffen

Die grundsätzliche Bereitschaft, selbst Vorsorge zu treffen, ist in der Bevölkerung vorhanden. Die meisten erwarten laut Umfrage nicht, dass der Staat alles regelt. Das könnte er auch gar nicht, sagt die Leiterin des Amts für Rettungswesen und Bevölkerungsschutz in der Städteregion, Marlis Cremer. Derzeit überlege man, wie man die Bevölkerung am besten informiert.

Cremer: "Eine Wunschvorstellung wäre, und das haben wir auch schon an das Land NRW herangetragen, dass eine entsprechende Information auch wieder standardmäßig in den Schulen etabliert würde, damit erreichen wir junge Leute, wo dann auch schon viel gewonnen ist, wenn das einfach mal thematisiert wird."

Gruppenfoto

Katastrophenschutzexperten und Vertreter der Städteregion

Studie geht weiter

Auf Grundlage der ersten Studienergebnisse will die Städteregion jetzt weitere Untersuchungen anstellen. Untersucht wird zum Beispiel, ob bestimmte Sozialräume oder Bevölkerungsgruppen mehr Informationen brauchen als andere, oder ob Alter oder Geschlecht Einfluss auf die Katastrophenvorsorge haben. Dabei geht es auch darum, ob man in der Lage wäre, Erste Hilfe zu leisten, wenn der Rettungswagen aufgrund der Katastrophenlage nicht so schnell vor Ort ist wie sonst.

Flächendeckendes Sirenen-Warnsystem im Aufbau

Im Gegensatz zur Stadt Aachen waren die Sirenen in den neun Kommunen der Städteregion fast überall nach dem Ende des Kalten Kriegs abgebaut worden. Nun werden sie wieder benötigt. Die Städteregion ist seit geraumer Zeit dabei, ein flächendeckendes Sirenen-Warnsystem aufzubauen. 2024 soll es fertig sein. Und so werden am Donnerstag, dem landesweiten „Warntag“, zwar in der Stadt Aachen um 11 Uhr die Sirenen zum Test heulen, nicht aber in der Städteregion. 

Ergebnisse der Befragung der Bevölkerung zum Katastrophenschutz

00:45 Min. Verfügbar bis 07.09.2023