Stadtrat will Hilfsfonds für Köln

Ratssitzung in Köln in Corona-Zeiten

Stadtrat will Hilfsfonds für Köln

Von Frank Überall

  • Stadtrat tagte mit weniger Abgeordneten im Gürzenich
  • Oberbürgermeisterin Henriette Reker aus Quarantäne zurück
  • Verwaltung soll 45 Millionen Euro schweres Hilfsprogramm ausarbeiten

Trotz Coronakrise müssen im Kölner Rathaus kommunalpolitische Entscheidungen getroffen werden. Wie Land- und Bundestag in dieser Woche kam auch der Kölner Stadtrat am Donnerstagnachmittag (26.03.2020) zu einer Sitzung zusammen.

Nur die Hälfte der Abgeordneten, Tische stehen mit großen Abstand

Politiker bei Kölner Ratssitzung mit Mundschutz

Elfi Scho-Antwerpes mit Mundschutz während Kölner Ratssitzung

Für die Politiker war es ein außergewöhnliches Treffen. Sonst tagen die Volksvertreter im größten Sitzungszimmer des Rathauses. Im "Ratssaal" sitzen 90 gewählte Politiker dabei ziemlich eng zusammen. Weil das Ansteckungsgefahr bedeuten würde, wich der Stadtrat diesmal auf den großen Festsaal im Gürzenich aus. Dort können die Tische der Politiker mit größerem Abstand aufgestellt werden. Zudem hatten die Fraktionen vereinbart, dass nur etwa die Hälfte der Politiker erscheint. An den Mehrheitsverhältnissen sollte das aber nichts ändern.

Oberbürgermeisterin Henriette Reker aus Quarantäne zurück

Für Oberbürgermeisterin Henriette Reker war die Ratssitzung einer der ersten Termine nach zweiwöchiger Abwesenheit im Rathaus. Sie war zu Hause in Quarantäne, nachdem sie mit einer positiv auf das Corona-Virus getesteten Person Kontakt hatte. Reker wurde am gestrigen Mittwoch (25.03.2020) negativ getestet, so dass sie jetzt ihre Arbeit – die sie bis dahin aus dem Homeoffice gemacht hatte – vor Ort im Rathaus wieder aufnehmen kann.

Debatte über Hilfsprogramm in Höhe von 45 Millionen Euro

Im Mittelpunkt der Sitzung stand der Kampf gegen das Corona-Virus. Zu Beginn erklärte Oberbürgermeisterin Henriette Reker, sie sei stolz auf die Stadtverwaltung, die in diesen Zeiten für die Menschen da sei – die Ratsmitglieder applaudierten. Danach wurden ohne lange Reden einige Beschlüsse gefasst. In den wesentlichen Punkten gab es große Einigkeit über Parteigrenzen hinweg. So sollen Kita-Gebühren für die geschlossenen Einrichtungen erstattet werden. Zum Ende einer Aktuellen Stunde verabschiedete der Rat eine Resolution: Ein Hilfsprogramm mit 45 Millionen Euro soll aufgelegt werden. Die Stadtverwaltung soll jetzt die Details dafür ausarbeiten. Außerdem nahm der Kölner rat eine Spende von 250.000 Euro an: Die Bethe-Stiftung aus Bergisch-Gladbach stellt das Geld zur Verfügung, um Obdachlosen während der Corona-Krise zu helfen.

Stand: 26.03.2020, 19:26

Weitere Themen