Polizei Köln geht mit Flutlichtern gegen Randalierer vor

Jugendliche sitzen in der Abenddämmerung am Aachener Weiher

Polizei Köln geht mit Flutlichtern gegen Randalierer vor

Nachdem am vergangenen Wochenende Polizisten am Aachener Weiher wiederholt mit Flaschen beworfen worden waren, geht die Polizei Köln nun mit Flutlichtern gegen Randalierer vor.

Auf der großen Wiese am Aachener Weiher steigt Qualm von Grills auf. Es riecht nach gebratenem Fleisch und Marihuana. In kleinen Gruppen sitzen zumeist jüngere Menschen im Gras, hören Musik, rauchen, trinken, reden.

"Hier ist niemand aggressiv", sagt der Student Yannick. "Wir genießen zusammen den letzten warmen Sommertag, total entspannt." Auch seine Bekannte Lena sieht das so: "Hier will niemand Stress. Guck dich doch um".

Der Sonnenuntergangs taucht Weiher, Wiesen und Menschengruppen in ein mildes Licht. Am Museum für Ostasiatische Kunst tanzen Paare zu französischen Schlagern.

Zunehmende Aggressivität am Aachener Weiher

Die Polizei kennt den Aachener Weiher aber auch ganz anders: "Wir registrieren eine zunehmende Aggressivität", sagt Polizeisprecher Christoph Gilles. In den vergangenen Wochen wurden Polizisten und Mitarbeiter des Kölner Ordnungsamtes bei Einsätzen am Aachener Weiher wiederholt mit Flaschen beworfen. Zuletzt hatte in der Nacht zum vergangenen Sonntag die Besatzung eines Streifenwagens Alarm geschlagen.

Der Wagen der Beamten wurde laut Polizei derart mit Flaschen beworfen, dass sie nicht aussteigen konnten, um einer offenbar kollabierten Frau zu helfen.

Flutlichter tauchen Wiesen und Ufer in grelles Licht

Erst als die Leitstelle der Polizei die neu installierten Flutlichtscheinwerfer einschaltete und 80 Beamte der Bereitschaftspolizei zur Hilfe schickte, konnten laut Polizeibericht Rettungskräfte zu der Frau vordringen. Die neuen Scheinwerfer tauchen Teile der großen Wiese und des Ufers am Aachener in grelles Licht in weiten Bereichen ist es fast taghell.

"Die Beleuchtung am Aachener Weiher schalten wir ein, wenn es wir feststellen, dass die Stimmung kippt", sagt Polizeisprecher Gilles. "An Freitagen und Samstagen sind die Lampen jetzt aber jeweils von 21 Uhr bis 5 Uhr morgens in Betrieb. Wir erhoffen uns davon eine Abkühlung einer aggressiven Grundstimmung und wir können Angreifer frühzeitig erkennen und gegen sie vorgehen."

Beleuchtungskonzept stößt auf geteiltes Echo

Unter den Besuchern am Aachener Weiher stößt das Beleuchtungskonzept der Kölner Polizei auf ein geteiltes Echo. Mehrere junge Frauen sagen, sie fühlen sich sicherer, wenn sie erkennen können, wer sich um sie herum aufhält. Das Licht sei schon ok. Lena und Yannick dagegen finden, dass die Flutlichter die Atmosphäre kaputtmachen. "Da sollte man besser viele kleinere Lampen in der Gegend aufstellen. Da hätte die Polizei die gleiche Wirkung, aber die würden einen hier nicht so stören."

An diesem Abend jedenfalls hat die Polizei die Lampen nicht eingeschaltet. Ein Streifenwagen war an der Wiese entlanggefahren, hatte mehrmals gestoppt. Es flogen aber weder Flaschen noch gab es sonst einen Vorfall

Stand: 09.09.2021, 08:29

Weitere Themen