Duisburg: "Staatsanwälte vor Ort" gehen gegen Clankriminalität vor

Polizei muss verschiedene Männergruppen zurückdrängen.

Duisburg: "Staatsanwälte vor Ort" gehen gegen Clankriminalität vor

  • Kampf gegen kriminelle Familienclans
  • Justizminister stellte Projekt vor
  • Einsatz im Duisburger Norden
  • Bei Erfolg Erweiterung auf Nachbarstädte möglich

NRW-Justizminister Peter Biesenbach hat am Freitag (22.06.2018) im Amtsgericht Duisburg Hamborn den Startschuss für ein neues Pilotprojekt gegeben. In diesem Sommer noch werden im Rahmen der Null-Toleranz-Strategie der NRW-Regierung zwei Staatsanwälte im Duisburger Norden bereitgestellt, die Clankriminalität verfolgen wollen.

Kriminalität direkt vor Ort bekämpfen

Die "Vor-Ort"-Staatsanwälte werden ihren Sitz nicht wie ihre übrigen Kollegen in der Duisburger Innenstadt haben, sondern direkt im Stadtteil Hamborn. Ganz nah an den sozialen Brennpunkten. Nach Angaben von NRW-Justizminister nimmt man das Projekt sehr ernst. "Kriminalität wollen wir mit einer Null-Toleranz-Politik begegnen. Zu jeder Zeit, an jedem Ort und wenn notwendig auch Tür an Tür mit denjenigen, deren Handwerk wir legen wollen", so Peter Biesenbach bei der Pressekonferenz.

In Duisburg geht es um 70 auffällige Familien mit 2.800 Mitgliedern. Häufig fallen sie durch Menschenhandel, Waffen- und Drogendelikte auf. Polizei und Justiz im Ruhrgebiet haben ihre Einsätze gegen die kriminellen Clans schon seit einiger Zeit erfolgreich ausgeweitet. "Wenn sich Erfolg einstellt, wird die Zahl der Staatsanwälte vergrößert. Gelingt es in die Clanstrukturen hineinzukommen, wird das Projekt auf die Nachbarstädte erweitert" so Peter Biesenbach.

Stand: 22.06.2018, 16:59