Plädoyers im Springmann-Prozess

Plädoyers im Springmann-Prozess

  • Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft
  • Verteidigung beantragt Freispruch
  • Urteil spätestens Mitte nächster Woche

Im Prozess um den Mord am Unternehmer-Ehepaar Springmann hat die Staatsanwaltschaft am Montag (05.11.2018) lebenslange Haft für beide Angeklagte beantragt. Der 26-jährige Enkel der Springmanns und sein Geschäftspartner müssen sich wegen Doppelmordes verantworten.

"Nur 15 Jahre Haft unangemessen"

Der Staatsanwalt sagte wörtlich: „Nur 15 Jahre für diese Tat erscheinen unangemessen“. Er sieht bei beiden Tätern eine besondere Schwere der Schuld, weil sie das betagte und arglose Paar brutal ermordet hätten. Das könnte die Haftdauer im Falle einer Verurteilung um mehrere Jahre verlängern.

Habgier als Motiv

Laut Staatsanwalt war Habgier das Motiv für den Doppelmord: Der Enkel fürchtete, von seinem bisher großzügigen Großvater enterbt zu werden. Er habe innerhalb eines Jahres 600.000 Euro verprasst, die er von seinem Großvater geschenkt bekommen hatte. Seinen ausschweifenden Lebensstil habe er nicht aufgeben wollen.

Urteil fällt kommenden Dienstag

Die Verteidigung des Enkels hingegen hat Freispruch gefordert. Der Verteidiger appellierte an die Kammer, sich zu überlegen, ob sie den Enkel wirklich für einen Mörder halte. Auch die Verteidiger des angeklagten Geschäftspartners forderten Freispruch. Es würde keine Hinweise und keine Beweise geben, dass der Angeklagte an der Tat beteiligt gewesen sei. Das Urteil fällt nächste Woche Dienstag.

Stand: 05.11.2018, 15:45