"Sprayer von Zürich" muss wegen Flamingo-Graffiti zahlen

"Kult-Sprayer" Harald Naegeli vor Gericht WDR aktuell 02.04.2019 01:32 Min. Verfügbar bis 02.04.2020 WDR

"Sprayer von Zürich" muss wegen Flamingo-Graffiti zahlen

  • Prozess um Flamingo-Graffiti
  • Verfahren gegen Auflagen eingestellt
  • "Sprayer von Zürich" sieht keine Straftat

Harald Naegeli, der berühmte "Sprayer von Zürich", muss wegen seiner Flamingo-Graffiti an Düsseldorfer Hauswänden zahlen. Das Verfahren gegen ihn wegen Sachbeschädigung wurde am Dienstag (02.04.2019) vom Düsseldorfer Amtsgericht nur gegen Geldauflagen eingestellt.

So wurde der 79-Jährige zur Wiedergutmachung des Schadens der Hauseigentümer in Höhe von insgesamt fast 800 Euro und zur Zahlung von 500 Euro an ein Kinderhospiz verpflichtet. Naegeli reagierte enttäuscht: "Ich wollte ein Kunstwerk an Stelle des Geldes geben, aber im Kapitalismus zählt halt nur das Geld", sagte der Schweizer. Für die Kunststadt Düsseldorf sei die Entscheidung "eine Peinlichkeit".

Künstler sieht in Graffiti keine Sachbeschädigung

Zuvor hatte Naegeli zugegeben, an der NRW-Akademie der Wissenschaften und der Künste sowie weiteren Häusern Flamingos aufgesprüht zu haben. Aus seiner Sicht sei dies keine Sachbeschädigung und nicht strafbar.

Requiem des Sprayers von Zürich

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Naegeli hatte einen Strafbefehl in Höhe von 600 Euro nicht akzeptiert. Daher war es zum Prozess gekommen.

Prozessverzögerung durch Krankheit des Künstlers

Die Verhandlung sollte bereits vor einem Jahr stattfinden. Da Naegeli damals aufgrund gesundheitlicher Probleme im Krankenhaus lag, konnte er nicht zur Verhandlung erscheinen.

Bereits 1984 saß der Künstler in der Schweiz ein halbes Jahr im Gefängnis, obwohl es von Künstlern und Politikern Proteste gab.

Stand: 02.04.2019, 11:44

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