Millionenklage um Modeste-Wechsel nach China

Millionenklage um Modeste-Wechsel nach China

Von Jochen Hilgers

  • Modeste hätte 75 Millionen Euro Ablöse gebracht
  • Vermittler soll Interesse bei Trainer geweckt haben
  • Gerichtsentscheidung fällt wohl erst Mitte März

Der italienische Spielerberater Giacomo Petralito hat den 1. FC Köln auf Zahlung von zwei Millionen Euro verklagt. Er sei bei dem Modeste-Transfer im Juli 2017 als Vermittler tätig gewesen. Der 1. FC Köln hat eine entsprechende  Rechnung Petralitos bis heute nicht bezahlt.

FC lehnt 75-Millionen-Offerte ab

Die Beklagten des 1.FC Köln mit Geschäftsführer Alexander Wehrle

Beklagt: der 1.FC Köln mit Geschäftsführer Wehrle (li.)

Ungewollt sind in dem Verfahren bisher unbekannte Details über den Modeste-Transfer bekannt geworden. So hätte der 1.FC Köln im Januar 2017 sogar 75 Millionen Euro für den französischen Stürmer an Ablöse kassieren können. Bisher war ein Betrag von rund 50 Millionen Euro bekannt geworden. Der Verein lehnte ab, da er unbedingt die Euroleague-Qualifikation schaffen wollte und den Stürmer dafür brauchte. So schilderte es der FC-Geschäftsführer Finanzen, Alexander Wehrle, am Rande der Verhandlung dem WDR. Gut ein halbes Jahr später brachte Modeste nur noch 28 Millionen Euro. Das sei immer noch der lukrativste Wechsel in der Vereinsgeschichte gewesen, so Wehrle.

Richter schlägt Vergleich vor

Anthony Modeste

Problemlos sind sie nicht, die Vertragsdetails um Modeste

Von dem 28-Millionen-Euro-Erlös  gingen allerdings weitere sechs- und siebenstellige Beträge für die Vermittler ab. Auch Giacomo Petralito kann mit einer sechsstelligen Summe rechnen. Nach jetzigem Verfahrensstand schwebt dem Richter eine Entschädigungszahlung in Höhe von 600.000 Euro vor. Immerhin hatte der FC mit dem Italiener einen Vermittlungsvertrag abgeschlossen. Petralito soll sich beim Trainer des chinesischen Vereins für den Modeste-Transfer eingesetzt haben. Ohne Votum des Trainers hätte der Verein an dem Spieler gar kein Interesse entwickelt, behauptet der langjährige Spielervermittler. Vor Gericht zeigten sich beide Seiten unversöhnlich. Den   Vergleichsvorschlag lehnten sie jetzt erst einmal ab. Mitte März will das Gericht entweder eine Entscheidung verkünden oder weiter in die Beweisaufnahme einsteigen.

Stand: 22.01.2019, 15:20