7000 Spediteure klagen gegen Lkw-Kartell

Remscheider Spediteur klagt gegen LKW-Kartell Lokalzeit2go - Bergisches Land 23.08.2019 03:08 Min. Verfügbar bis 23.08.2020 WDR Wuppertal

7000 Spediteure klagen gegen Lkw-Kartell

  • Lange Jahre: Preisabsprache der Lkw-Hersteller
  • EU-Kommission verhängte schon Rekord-Buße
  • Jetzt klagen auch die Spediteure

14 Jahre lang hatten die größten Lkw-Hersteller die Listenpreise miteinander abgesprochen. Von 1997 bis 2011. Dafür verhängte die EU-Kommission eine Rekordbuße von insgesamt 3,8 Milliarden Euro. Und nun könnte es noch dicker kommen. Denn Spediteure, die die Lkw gekauft haben, fordern nun Schadenersatz. Auch Ralf Karthaus aus Remscheid.

Preisabsprache

Ein 40-Tonner kostet um die hunderttausend Euro. Solche Riesentrucks und auch kleinere Laster hat der Remscheider Spediteur in den vergangenen Jahren immer wieder bei Daimler gekauft. Dann kam raus: Die Preise waren abgesprochen.

Remscheider Spediteur enttäuscht

Ralf Karthaus vor einem seiner Lkw

Ralf Karthaus

Für Ralf Karthaus eine herbe Enttäuschung: „Weil wir auch immer gesagt haben, das ist Zuverlässigkeit, wir haben diese Produkte, wir kommen damit bestens zurecht. Aber wenn ich weiß, dass das seit 1997 sukzessive gemacht worden ist, fand ich dann doch, dass ich persönlich sehr enttäuscht worden bin.“

7.000 Spediteure klagen

14 Jahre lang sprachen die Hersteller miteinander die Listenpreise ab. Das fand die  EU-Kommission heraus. Ralf Karthaus geht davon aus, dass er deshalb mehr als eine Millionen Euro zu viel für seine Lastwagen bezahlt hat. Das will er nicht akzeptieren und hat sich der Klage des Bundesverbandes Güterkraftverkehr angeschlossen - zusammen mit mehr als 7000 Kollegen.

Daimler reagiert

Lkw-Schlüssel der Spedition Karthaus

Unberechtigte Ansprüche?

Daimler ist nur einer der Beklagten. Auf WDR-Anfrage erklärt das Unternehmen: „Wir prüfen geltend gemachte Schadenersatzforderungen sorgfältig und werden uns gegen unberechtigte Ansprüche entschieden zur Wehr setzen. Die EU-Kommission hat zur Frage eines Schadens für die Kunden in ihrer Entscheidung nichts festgestellt.“

Hersteller sollen faire Preise machen

Seine Ansprüche bestehen zu Recht, da ist Ralf Karthaus sicher, und er will ein Zeichen setzen: „Wichtig ist für mich, dass alle alle Spediteure auf dieser Linie bleiben und dass dieser Zusammenschluss der Konzerne nicht noch einmal passiert, sondern dass Preise gemacht werden, die kaufmännisch fundiert sind.“ Einen ersten Verhandlungstermin gibt es schon: Anfang Oktober im  Landgericht in München.

Stand: 23.08.2019, 13:19