Anti-Braunkohle-Protest: Demonstranten bereiten sich auf Aktionen vor

Anti-Braunkohle-Protest: Demonstranten bereiten sich auf Aktionen vor

  • Eilantrag: Kontrollstelle am Bahnhof Düren rechtens
  • 1.000 Braunkohle-Gegner reisen mit Sonderzug an
  • Klimacamp-Teilnehmer planen Aktionen gegen Tagebau

Zur Diskussion über das Klimacamp

Am Freitagvormittag (26.10.2018) war ein Sonderzug mit knapp 1.000 Aktivisten des Aktionsbündnisses "Ende Gelände" in Düren angekommen. Bis Sonntag wollen sie an einem Klima-Camp im Rheinischen Revier teilnehmen. Es werden bis zu 5.000 Aktivisten aus ganz Europa erwartet. Sie fordern den sofortigen Ausstieg aus der Braunkohle-Förderung.

Aktivisten blieben stundenlang auf Bahnhofsplatz in Düren

Die Aktivisten aus dem Sonderzug wollten am Freitag den Bahnhofsplatz in Düren stundenlang nicht verlassen – aus Protest gegen Personenkontrollen der Polizei. Zwei Braunkohlegegner hatten sich mit einem Eilantrag gegen die Kontrollen wehren wollen.

Polizei darf laut Gericht alle Personen kontrollieren

Demonstranten auf Bahnhofsplatz in Düren

Aktivisten am Bahnhof Düren

Das Verwaltungsgericht Aachen lehnte den Antrag am Freitagnachmittag ab. Daraufhin ließen sich die meisten Aktivisten von der Polizei überprüfen. Einige hatten sich stark geschminkt, um das Identifizieren zu erschweren. Die Kontrollen hatte die Polizei nach eigenen Angaben im Vorfeld angekündigt. Grund dafür seien angekündigte illegale Aktionen.

Aktionen "zivilen Ungehorsams" angekündigt

Zur Übung von Sitzblockaden, tragen zwei Männer eine Frau von der Straße

Aktionstraining im Camp

Die Polizei hat die Kohlegegner zu friedlichen Protesten aufgerufen. Sie bereitet sich aber auch darauf vor, dass am Wochenende Tagebaue besetzt werden könnten. Das haben die Aktivisten von Ende Gelände in den sozialen Netzwerken bereits angekündigt. Sie erklärten, in einer "Aktion Zivilen Ungehorsams" in die Kohlegrube zu gehen und sich vor die Bagger zu setzen.

Protestcamp genehmigt

Unterdessen hat die Stadt Düren das Camp in Stepprath bei Düren genehmigt. Es gebe keine Gründe für ein Verbot, sagte ein Sprecher der Stadt am Freitag nach rechtlicher Prüfung. Zuvor hatte die Polizei ein Camp geräumt, das Ende-Gelände-Aktivisten in Kerpen-Manheim errichtet hatten.

Räumung der besetzten Häuser in Kerpen-Manheim

Besetztes Haus in Manheim

Einen Eilantrag gegen die Räumung besetzter Häuser in Manheim hat das Verwaltungsgericht Aachen am Freitag zurückgewiesen. Die Räumung auch eines letzten noch besetzten Hauses sei rechtens.

Anwohner-Protest am Nachmittag

In Düren-Merken protestierten ab 16.00 Uhr am Freitag Anwohner aus Nachbarkommunen des Hambacher Forstes. Sie wehren sich gegen militante Umweltaktivisten und gegen Gewalt vor ihrer Haustür.

Hier ist Platz für Ihre Meinung.

Stand: 26.10.2018, 14:37

Kommentare zum Thema

81 Kommentare

  • 81 Guido Esser 28.10.2018, 06:50 Uhr

    Die Können doch Machen was Sie Wollen Dennen Pasirt nichts !@ Macht unsereiner Einen kleinen Fehler ist er Drann nur die Kommen Ungeschoren davon ist Irgend Wie Mergwürdig wie die Deutsche Justiz in Dollen Fällen Handelt ! In keinem Anderen Land können die Doch so Benemen !!

  • 80 Guillaume 27.10.2018, 14:50 Uhr

    Recht und Gesetz??? Natur- und Denkmalschutz, wo bleiben die plötzlich??? Spätestens seit dem Abriss des Immenrather Domes, mittlerweile auch einer bis zum Abriss denkmalgeschützen Mühle ist es mit meinem Glauben an Rechtsstaatlicheit endgültig vorbei. Hier wird das Recht solange gebogen, bis es passt. Der Laschet fürchtet doch ohnehin nur den Verlust seines hochdotierten Anschlussjobs bei RWE nach der Politik. Den jüngeren Mitarbeitern von RWE, die nun um Ihrer Jobs fürchten, muss man leider sagen: Wer auf einen lahmen Gaul sitzt (Auslaufmodell Braunkohle) sollte rechtzeitig umsatteln. Das Motto eurer Demo diese Woche hätte besser geheißen: Wir machen ganz schön Dreck in unseren Jobs.

    Antworten (2)
    • BavariaHS 27.10.2018, 16:55 Uhr

      Du redest hier von Rechtsstaatlichkeit. Schau dir deine tollen Aktivisten an. Das verstehst du wohl unter Rechtsstaatlichkeit. Wenn Ende Gelände demonstriert und wenn ich ehrlich bin will ich dafür gar nicht mehr das Wort demonstrieren in den Mund nehmen, sondern ehe randalieren, dann werden Bundesbahnen, Autobahnen gesperrt, Industriesabotage und Hausfriedensbruch durchgeführt. Also halt dich zurück mit Äußerungen von denen du keinen blassen Schimmer hast. Ihr spaltet die Gesellschaft. Ich hoffe die Bevölkerung wacht bald auf und durchschaut euer Spiel.

    • Max Müz 27.10.2018, 17:32 Uhr

      Lieber Guillaume, niemand bestreitet die Notwendigkeit eines möglichst schnellen Ausstiegs aus der Braunkohle, um CO2 Emissionen zu mindern. Auch RWE steht zur Energiewende und hat seine Emissionen bereits um mehr als 20% gesenkt. Bis 2030 wird RWE nach aktueller Planung auch ohne Kohleausstieg die Emissionen um mehr als 50% senken und ist damit voll im Klimafahrplan der Bundesregierung. Die Konsequenzen eines sofortigen Ausstiegs wären jedoch verherend. Schauen Sie bitte auf die aktuelle Situation in Belgien. Nachdem unplanmäßig mehrere Kernkraftwerke in Revision gehen wird dort jetzt der Strom vorübergehend knapp. Die Großhandelspreise für Strom haben sich dort schlagartig verdreifacht und es drohen vorübergehende Netzabschaltungen einzelner Regionen. Alleine die potentielle Gefahr vergleichbarer Situationen bei uns würde die energieintensive Industrie vertreiben. Und was nützt teurer Ökostrom in D wenn die Industrie stattdessen billigen Kohlestrom in Polen verbraucht?

  • 79 M.L. 27.10.2018, 13:26 Uhr

    Gibt es eigentlich einen Grund dafür, warum "Aktivisten", denen es angeblich um die Umwelt geht, mit einem Sonderzug anreisen, dessen 40 Jahre alte russische Großdiesellok komplett unter Fahrdraht die ganze Republik von Ost nach West durchquert? Ach ja, das ist ja wie mit der Frau Baerbock und ihrem alten Diesel...verstehe! *Kopfschüttel*

  • 78 Max Müz 27.10.2018, 11:24 Uhr

    Der freie und öffentliche Protest ist ein wichtiges Mittel in unserer Demokratie auf das wir stolz sein können. Um diese Freiheit zu erhalten ist es unverzichtbar dabei im Rahmen von Recht und Gesetz zu bleiben. Und genau deshalb ist es wichtig dass sich der WDR klar von Straftätern distanziert. Berichten sie bitte umfangreich und detailliert von legalen Protesten und Demonstrationen. Fördern sie diese Form der Demonstration. Aber hört endlich auf den anderen eine Plattform zu bieten. So wie es zum Beispiel gestern Abend im Bericht "Aktivisten oder Extremisten" war. Straftaten sind Straftaten und durch nichts zu rechtfertigen. Und wenn ein Aktionsbündnis öffentlich Straftaten ankündigt, dann erwarte ich vom WDR eine klare Distanzierung und keine relativieren den Verharmlosung en.

  • 77 Max Müz 27.10.2018, 11:15 Uhr

    Das ganze ist dann bei der Räumung des Forst eskaliert. Fakt ist, dass die Politik mit Hilfe der Polizei das geltende Recht durchgesetzt hat. Die Besetzer haben dabei diverse Straftaten begangen, es kamen Menschen zu schaden und es wurden Kosten in enormer Höhe verursacht. Trotzdem gab es keine Berichterstattung, Kommentare usw. die dieses Vorgehen verurteilt hätten. Im Gegenteil erlitten die jenigen einen Shitstorm, die ihre Rechte eingefordert haben. Da heiligt der Zweck offensichtlich die Mittel. Und da ist ihrem Sender der Story offensichtlich wichtiger als eine neutrale Berichterstattung. Die Konsequenz zeigt sich jetzt. Beim aktuellen Klimacamp sind eben nicht mehr nur Linksautonome und Chaoten sondern auch viele (insbesondere junge) Leute, die in der echten Überzeugen für den Umweltschutz kämpfen wollen und dabei Straftaten - verniedlicht als ziviler Ungehorsam - als legitimes Mittel sehen.

  • 76 M.M. 27.10.2018, 11:10 Uhr

    Wieso muss man zerstören wenn man gegen Braunkohle ist? Wieso wird nicht in anderen Braunkohlegebiezen, Lausitz oder Mitteldeutschland demonstriert, wenn es um den Kohleausstieg geht? Wieso reisen 1000 Aktivisten aus der Tschechei an? Können die nicht im böhmischen Tagebau demonstrieren? Hier geht es doch nicht um den Kohleausstieg sondern um Krawall. Das alles kostet unser Geld.

  • 75 Thjerry 27.10.2018, 11:06 Uhr

    Ja, aber jedem seinen privaten Luxus-Kohleofen, weil diese extremen NOx- und Feinstaubschleudern ja CO2-neutral und damit ach so öko sind!! Außerdem: Polizei ist ja auch prinzipiell so was von böse - "ziviler Ungehorsam" ach so trendy - Aber wenn denen jemand irgendetwas Böses will, kann genau diese Polizei nicht schnell genug dort sein, nicht wahr ... Ohne unsere Polizei/Bundeswehr/sonstige Ordnungshüter, die die Demokratie, Grundrechte und Sicherheit aufrecht zu erhalten versuchen, dürften die hierzulande gar nicht demonstrieren, ohne ein immenses Lebensrisiko einzugehen! Mal ein Blick über den europäischen Tellerrand wäre da sehr, sehr heilsam ...

  • 74 Max Müz 27.10.2018, 11:05 Uhr

    An WDR.de (23.14 Uhr) Das Gesamtbild ihrer Berichterstattung ist asymmetrisch. Im Sport ist es üblich Fans von Hooligans scharf zu differenzieren. Jeder, insbesondere die Medien, distanzieren sich massiv von Hooligans. Niemand würde Hooligans Sendezeit zur Verfügung stellen. Das trägt dazu bei Hooligan-Gruppen klein zu halten und die wahren Fans in den Vordergrund zu stellen. Beim Kampf um den Hambacher Forst passiert seit Jahren das Gegenteil. Die ersten Forstbesetzer waren tatsächlich überwiegend Linksautonome und Chaoten, die auch Gewalt anwenden. Eine hohe zweistellige Zahl verletzter RWE Mitarbeiter, Brandanschläge, massive Sachbeschädigung und über 600 Anzeigen in zwei Jahren sind dahin gehend Beweis genug. Dennoch räumt der WDR diesen Leuten Sendezeit ein, begleitet sie mit Reportern, lässt sie Interviews geben und stellt sie in diversen Kommentaren in das positive Licht der gerechten Sache. (weiter im nächsten Kommentar)

    Antworten (1)
    • BavariaHS 27.10.2018, 12:16 Uhr

      Super genau den Hooligan Gedanken hattet ich auch. Es ist immer normal sich von Rechtsextremismus und Hooligankultur zu distanzieren aber Linksextremismus ist ok.

  • 73 Thjerry 27.10.2018, 10:56 Uhr

    Ja - nee - is klar: NIEMAND der paartausend selbsternannten Weltretter werden von AUSSERHALB per Zug zu irgendeiner Demo angekarrt ... (Zitat der "Aktivisten" unlängst!) ... und selbstverständlich auch nicht nach Sachsen, jüngst, gelle ?!! Ou mann - gottlob muß man ihnen ja nicht glauben ...

  • 72 der Gute 27.10.2018, 09:20 Uhr

    Was ich mir wünsche das es Deutschland nicht mehr so gut geht. D.h. Autoindustrie geht kaputt , generell wirtschaftlicher Abschwung, Inflation , 4-5 Millionen mehr Arbeitslose, Sozialsyteme am Ende. Dann kann der WDR mal die Frage stellen woran das alles gelegen hat. Vielleicht sollte man den Bürgern den Rücken stärken die jeden Tag hart für dieses Land arbeiten und das oben genannte Alles aufrecht erhalten.

  • 71 MISU 27.10.2018, 08:37 Uhr

    Manche Journalisten sollten mal in sich gehen und sich fragen ob sie noch einen Restfunken Ethik besitzen !!! Obwohl diese Gruppierung eine Straftat nach der anderen verübt, werden sie immer wieder interviewt und "sensationsreisserisch " in den übrigen Medien verbreitet! Da erinnere ich mich noch an die Interviews mir dem Geiselnehmer von Gladbeck, ....pfui , das ist Möchtegern-seriöser-Journalismus!!! Bietet diesen Gesetztes-brechern nur weiterhin eine schöne Plattform!!!! Anstatt ihr die Polizisten interviewt oder die Anwohner !!!! ??