Tote Dreijährige in Solingen: Tatverdächtiger schweigt

Tote Dreijährige in Solingen: Tatverdächtiger schweigt

  • Haftbefehl wegen Mordes erlassen
  • 18-jähriger Tatverdächtiger schweigt
  • Staatsanwaltschaft prüft Rolle der Mutter

Im Fall der getöteten Dreijährigen in Solingen schweigt der Tatverdächtige nach wie vor. Wie die Staatsanwaltschaft am Samstag (13.01.2018) mitteilte, wollte sich der 18 -Jährige weiterhin nicht zu dem Vorwurf äußern, das kleine Mädchen ermordet zu haben.

Das Amtsgericht Wuppertal hatte am Freitag (12.01.2018) Haftbefehl gegen ihn wegen Mordes erlassen. Die Obduktion habe eine "massive äußere Gewalteinwirkung" ergeben, sagte ein Sprecher der Wuppertaler Staatsanwaltschaft.

Verbrühungen und innere Blutungen

Das Mädchen hatte demnach innere Blutungen und sei zudem verbrüht worden. "Das in Kombination war nicht zu überleben", so die Staatsanwaltschaft weiter.

Der Lebensgefährte der 24-jährigen Mutter war nach der Tat am Mittwochabend (10.01.2018) festgenommen worden. Zuvor hatte sie einen Notarzt alarmiert, weil ihre Tochter nicht mehr atmete.

Ermittlungen gegen die Mutter

Gegen die Mutter ist noch kein Haftbefehl erlassen worden. Allerdings prüft die Staatsanwaltschaft, inwieweit sie sich mitschuldig gemacht haben könnte.

Sie soll während der Gewaltexzesse gegen ihr Kind teilweise anwesend gewesen und möglicherweise bei einem Teil der Tat zumindest nicht eingeschritten sein, sagte ein Sprecher.

Jugendamt: Keine Hinweise auf Gewalt

Die alleinerziehende Mutter wird bereits seit Jahren durch das Amt betreut. Das Jugendamt gab allerdings an, dass es nie Hinweise auf Gewalt gegen das Kind gegeben habe.

Der junge Mann habe gemeinsam mit der Mutter und ihrem Kind in der Solinger Wohnung gelebt. Laut Staatsanwaltschaft ist der 18-Jährige einschlägig vorbestraft und habe unter anderem wegen Gewaltdelikten auch bereits eine Haftstrafe verbüßt.

Stand: 14.01.2018, 13:29