Sperrstunde in Solingen gilt

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Sperrstunde in Solingen gilt

Seit Mittwoch gilt im gesamten Stadtgebiet von Solingen eine nächtliche Ausgangssperre. Von 22 Uhr bis fünf Uhr morgens dürfen die Solinger nur in Ausnahmefällen ihre Wohnungen verlassen. Die Stadt begründet die Maßnahme mit hohen Corona-Inzidenzzahlen.

Zwischen 22 Uhr und fünf Uhr morgens dürfen die Bürger nur in Ausnahmefällen aus ihren Wohnungen, so die Verordnung der Stadt. Als gewichtige Gründe nennt sie etwa den ehrenamtlichen Einsatz bei Hilfsorganisationen, medizinische Notwendigkeiten, die Begleitung unterstützungsbedürftiger Personen, die Teilnahme an Gottesdiensten aus besonderen Anlässen und die notwendige Versorgung von Tieren.

Bußgeld bis zu 300 Euro

Die nächtliche Ausgangssperre soll ab Donnerstag vom Kommunalen Ordnungsdienst und der Polizei kontrolliert werden. Solinger, die nachts ohne triftigen Grund auf der Straße angetroffen werden, droht ein Bußgeld von bis zu 300 Euro. Die Ausgangsbeschränkung gilt bis zum 10. Januar 2021.

Lockerungen sind lediglich für die Weihnachtsfeiertage und für Silvester vorgesehen: Dann gilt die Ausgangsbeschränkung erst ab ein Uhr nachts.

Begründung: Hohe Inzidenzzahlen

Die Solinger Stadtspitze hat sich zu diesem Schritt entschieden, weil Solingen zu den Corona-Hotspots "mit extremer Infektionslage" im Bundesgebiet gehöre, in denen die vielen bereits getroffenen Maßnahmen der vergangenen Wochen nicht zu sinkenden Infektionszahlen geführt hätten.

Corona-Hotspot Solingen Lokalzeit Bergisches Land 14.12.2020 02:34 Min. Verfügbar bis 14.12.2021 WDR Von Wolfram Lumpe

Seit kurzem ist der Sieben-Tages-Inzidenz-Wert wieder auf über 280-Infektionen pro 100.000 Einwohner gestiegen. Die Situation in den Krankenhäusern der Stadt spitzt sich zu, das Infektionsgeschehen in den Alteneinrichtungen sei besorgniserregend, so Oberbürgermeister Tim Kurzbach.

Stadt bittet Bürger um Verständnis

Tim Kurzbach bei der Pressekonferenz in Solingen. Die Stadt informiert über neue Corona Regelungen.

Oberbürgermeister Tim Kurzbach auf der Pressekonferenz

Er und Ordnungsdezernent Jan Welzel bitten die Bevölkerung um Verständnis für diesen einschneidenden Schritt und um ihre Mitwirkung: „Die Gefahr, dass die Infektionszahlen explosionsartig in die Höhe geschossen wären und die Intensivstationen überlastet hätten, war zu groß. Eine unerträgliche hohe Zahl täglicher Todesfälle wäre die Folge.
Doch es sterben auch jetzt schon zu viele Menschen an und mit dem Corona-Virus. Wir müssen das Virus stoppen. Dies geht nur, wenn wir die Zahl der Kontakte zwischen den Menschen noch weiter senken, damit sich weniger Menschen anstecken als jetzt.
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Stand: 15.12.2020, 16:56