Must-Haves im Lauf der Zeit

Must-Haves im Lauf der Zeit

Tabakpfeife, Schallplatte, Smartphone: Eine Zeitreise durch die Geschichte der "Must-haves" präsentiert eine Ausstellung in der Solinger Gesenkschmiede Hendrichs.

Kleider

Wenige Besitztümer, die lange halten sollten und immer wieder repariert und ausgebessert wurden - das war normal in vorindustrieller Zeit. Alltagskleidung musste ein Leben lang halten - sie war eine teure Einzelanfertigung. Mehrere Kleidungsstücke zum häufigen Wechseln hatten nur Wohlhabende.

Wenige Besitztümer, die lange halten sollten und immer wieder repariert und ausgebessert wurden - das war normal in vorindustrieller Zeit. Alltagskleidung musste ein Leben lang halten - sie war eine teure Einzelanfertigung. Mehrere Kleidungsstücke zum häufigen Wechseln hatten nur Wohlhabende.

Das änderte sich mit der Industrialisierung schlagartig: Produkte konnten in Massen billig hergestellt werden. Dafür entstanden sogar eigene Verkaufsstätten: Die großen Warenhäuser. Die Dame von Welt traf sich mit ihren Freundinnen zum Schaufensterbummel - damals die einzige Möglichkeit, schicklich auch ohne Mann unterwegs zu sein!

Die Arbeiterfrau dagegen brauchte Lebensmittel, die preiswert und lange haltbar waren - und die sich nach der Arbeit schnell zu einer Mahlzeit verarbeiten ließen. Auch dies ermöglichte die fortschreitende Industrialisierung.

Kunst und Konsum zugleich: Ein alter Schokoladenautomat der Firma "Stollwerck"

Trotzdem prägten Waren - und Geldmangel die Menschen bis in die 50er Jahre: Wenn Otto Normalbürger zum Beispiel individuell reisen wollte, gab es nur eine Möglichkeit: Ein Zweirad. Hatte er ein bisschen mehr Geld, durfte es gerne motorisiert sein.

Nach den Notjahren, in der Zeit des Wirtschaftswunders, durfte es gerne etwas üppiger sein: Beim Essen, beim Reisen - und vor allem beim fahrbaren Untersatz!

Ab den 60er Jahren explodierte der Konsum: Er versprach neuen Luxus für die breite Masse.

Die Popkultur hielt Einzug. Alles wurde neu angeschafft.

Die Mode wurde immer schnelllebiger.

Versandhauskataloge waren jetzt die passenden "Bilderbücher" zum Konsumrausch.

In den 80er Jahren war die Konsumgesellschaft auf ihrem Höhepunkt: Jetzt waren auch Möbel preiswerte Massenware, die modisch sein durfte. Langsam zeigte sich aber auch die Kehrseite des Konsums: Umweltverschmutzung, Müllberge, Verkehrschaos, Klimawandel.

Immer mehr Menschen stellen seitdem den Konsum in Frage. Auch dazu lädt die Ausstellung in der Solinger Gesenkschmiede ein - bis zum 11. April 2021.

Stand: 07.02.2020, 06:00 Uhr