Soldat wegen versuchten Mordes vor Gericht

Der Angeklagte Bundeswehrsoldat sitzt auf der Anklagebank des Bonner Landgerichts.

Soldat wegen versuchten Mordes vor Gericht

Von Christoph Hensgen

  • Angeklagter soll auf Ex-Freundin eingestochen haben
  • Opfer hatte sich zwei Tage vor der Tat von ihm getrennt
  • Staatsanwaltschaft sieht krankhafte Eifersucht als Motiv

Es war eine äußerst brutale Tat, die das Opfer nur mit viel Glück überlebte. Gleich elfmal soll er zugestochen haben, um seine Ex-Freundin zu töten. Deswegen steht der Bundeswehrsoldat seit Dienstag (29.01.2019) wegen versuchten Mordes vor dem Bonner Landgericht.

Am Abend des 22. Juli 2018 ist das 23-jährige Opfer gerade auf dem Weg zur Polizei. Kurz zuvor hat die junge Frau von einer Kollegin erfahren, dass ihr Freund, von dem sie sich zwei Tage zuvor getrennt hatte, Nacktfotos von ihr verschickt hat. Nicht nur an Arbeitskollegen, sondern auch an ihre Familie. Sie beschließt sofort, den Mann anzuzeigen. Was die 23-Jährige nicht ahnt, als sie die Tür des Mehrfamilienhauses in der Bonner Nordstadt zuzieht: Draußen steht ihr Ex-Freund. Er ist mit einem Messer bewaffnet und greift sie sofort an.

Anwohner hören Hilfeschreie und leisten Erste Hilfe

Die Bonner Staatsanwaltschaft sagt, dass der Angeklagte seine Ex-Freundin zunächst mit einem Messer am Hals verletzt. Als es ihr gelingt wegzulaufen, soll er ihr zehn Mal in den Rücken gestochen haben. Nur weil Zeugen Hilfeschreie hören und Erste Hilfe leisten, überlebt die Frau. Der Angreifer flüchtet mit dem Auto, kann aber am nächsten Morgen in Bornheim festgenommen werden.

Mordmotiv: Eifersucht

Sein Motiv laut Anklage: krankhafte Eifersucht. Erst zwei Tage vor der Tat hatte sich Marta S. von dem Mitglied eines Bundeswehr-Musikcorps getrennt: Wie sie der Polizei später erzählt, weil sie die Eifersucht des 24-Jährigen nicht aushält. Zwei Monate lang waren die beiden ein Paar - aber schon von Anfang an soll er den Verdacht gehabt haben, dass sie ihn betrügt. Nach der Trennung, so die Staatsanwaltschaft, tyrannisierte er sie mit Nachrichten - dann folgt die Messer-Attacke.

Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten zwei Mordmerkmale vor

Zwei Mordmerkmale wirft die Anklage dem Soldaten vor: Er soll heimtückisch die Arg- und Wehrlosigkeit seiner Ex-Freundin ausgenutzt und aus niederen Motiven, nämlich aus „übersteigertem Besitzdenken“, gehandelt haben. Ein Urteil wird Ende Februar erwartet.

Stand: 29.01.2019, 12:57