Nach Übergriffen in Düsseldorf: Mehr Licht und Videoüberwachung in der Altstadt

Überfüllte Rheinuferpromenade in Düsseldorf

Nach Übergriffen in Düsseldorf: Mehr Licht und Videoüberwachung in der Altstadt

Immer wieder kommt es in der Düsseldorfer Altstadt und am Rheinufer zur Eskalationen. Deshalb wollen die Behörden von Stadt und Land jetzt die Sicherheitsmaßnahmen verschärfen.

Vor allem eine hellere Beleuchtung und mehr Videoüberwachung sollen die Düsseldorfer Altstadt sicherer machen. So sollen Auseinandersetzungen zwischen Ordnungs- und Polizeikräften und Gruppen von vor allem jungen Männern verhindert werden. Wie es in einem Bericht des Innenministeriums an den Landtag heißt, sollen die Maßnahmen in erster Linie dafür sorgen, dass mögliche Täter aus der Anonymität ihrer Gruppe geholt werden.

Laut Bericht werde zurzeit über ein "erweitertes Beleuchtungskonzept im Bereich des Mannesmannufers sowie eine gemeinsame Anlaufstelle im Bereich der Altstadt abgestimmt“. Auch ein Präventionsprojekt mit der Zielgruppe "junge Menschen mit Migrationsgeschichte" sei in der Entwicklung. Das Ordnungsamt soll bei Bedarf außerdem Lautsprecherdurchsagen machen und Aufenthaltsverbote erteilen können – das wird zumindest geprüft.

Immer wieder Ausschreitungen in der Altstadt

Videokamera überwacht Betrieb von Mr. Wash

Einer der Auslöser für die Aufrüstung von Licht- und Videoanlagen am Rheinufer ist ein Vorfall Mitte August. Jugendliche hatten Rettungskräfte bei einem Einsatz massiv behindert und gefilmt. Ein 15-Jähriger soll außerdem einen Polizisten angesprungen haben. Etwa 150 andere junge Menschen waren spontan hinzugekommen und hatten sich lautstark mit dem Störer solidarisiert. Die Menschenmenge musste durch eine Polizeikette abgedrängt werden. Die Beamten überwältigten den Jugendlichen und brachten ihn zur Altstadtwache.

Das ist kein Einzelfall. Die Düsseldorfer Altstadt steht immer wieder im Mittelpunkt von Polizeieinsätzen. Im Dezember 2020 war beispielsweise eine große Gruppe Jugendlicher bei der Festnahme eines 16-Jährigen mit der Polizei aneinandergeraten. Und vergangenen Mai räumte die Polizei Teile der Altstadt, weil sich viele feiernde Altstadtbesucher nicht an die geltenden Mindestabstände und Maskenregeln gehalten hatten.

Vor allem an Wochenenden wird gerade das Düsseldorfer Mannesmannufer oft zum Brennpunkt der Altstadt. Seit Beginn des Sommers beobachtet auch das Innenministerium in NRW-Großstädten "eine stark ansteigende Zahl konzentrierter Menschenansammlungen". Im Schutz der Gruppe und mit steigendem Alkoholpegel steige dann auch die Bereitschaft zu gewaltsamem Verhalten.

Stand: 31.08.2021, 12:30