Ein Radfahrer auf der Aachener Straße überquert eine Kreuzung auf einem Radfahrer-Schutzstreifen

Mehr Sicherheit für Radfahrer in Düren

Stand: 29.03.2022, 12:02 Uhr

Drei Jahre nach dem tödlichen Verkehrsunfall eines Radfahrers soll die Aachener Straße in Düren sicherer werden. Dabei geht es auch um die Umgestaltung der Hauptverkehrsachse.

Von Michael Esser

Der 17-jährige Radfahrer fuhr im Frühjahr 2019 auf einem Fahrradschutzstreifen - und wurde trotzdem von einem Lkw überrollt. Fahrrad-Initiativen forderten damals sofort eine größere Trennung von Auto- und Radverkehr. Schutzstreifen seien nicht ausreichend, sie würden ständig von den Autos mitgenutzt, so die Kritik.

Viele Maßnahmen geplant

Das Konzept der Stadt Düren sieht nun für die Aachener Straße zwischen Bahnübergang an der Rur und Kreuzung an der Kreispolizei viele verschiedene Maßnahmen vor. Generell gilt, dass Radspuren verbreitert und in einigen Abschnitten weg vom motorisierten Verkehr verschwenkt werden.

Streckenweise sollen sich Fußgänger und Radfahrer denselben Weg teilen. Es werden Radfahrstreifen eingerichtet, die von Autos nicht überfahren werden dürfen.

Leichte Einschränkungen für Autoverkehr

Die Aachener Straße ist eine Bundesstraße und eine Hauptverbindung zwischen Dürener Innenstadt und Eifel. Laut Verwaltung gehört sie zu den am stärksten frequentierten Verkehrswegen in Düren.

Künftig soll es für den Autoverkehr nur noch eine statt zwei Fahrspuren pro Richtung geben. Ein Verkehrsversuch im vergangenen Herbst habe gezeigt, dass das Konzept funktioniere, so die Verwaltung. Der Versuch habe aber auch "leichte Einschränkungen für den motorisierten Individualverkehr während der Hauptverkehrszeit" bestätigt.

Mehr Sicherheit für Radfahrer in Düren

00:30 Min. Verfügbar bis 29.03.2023


Massive Rückstaus

Die CDU-Opposition im Stadtrat hat diesen Punkt bereits aufgegriffen. Sie spricht von Rückstaus "bis tief in den Stadtteil Rölsdorf hinein", also deutlich über den fraglichen Abschnitt hinaus. Auch sieht sie wegen der Kreuzungen und zahlreicher Ein- und Ausfahrten auf dem Stück "keinen nachhaltigen Sicherheitsgewinn" für Radfahrer.

Verkehr soll sicherer werden

Die (Mehrheits-)Koalition Zukunft im Stadtrat hat sich den Ausbau des Radverkehrs in Düren auf die Fahnen geschrieben, etwa durch Radvorrangrouten und ein Radwegenetz. In der Aachener Straße gehe es darum, den Verkehr sicherer zu machen, aber nicht abzuwürgen.

Da sei man noch nicht von allen vorgeschlagenen Lösungen überzeugt, beispielsweise nicht mit dem kombinierten Rad- und Fußweg.

Politik soll entscheiden

Das Konzept der Verwaltung wird derzeit in verschiedenen städtischen Ausschüssen beraten. Die Politik soll nun auf Vorlage der Verwaltung entscheiden, ob die Aachener Straße für geplant 180.000 Euro umgebaut und - so das Ziel - auch sicherer wird.